Landkreis Bad Dürkheim

Mittwoch, 24. Januar 2018

Zahl der neuankommenden Asylsuchenden im Landkreis Bad Dürkheim sinkt

Die Zahl der neuankommenden Asylsuchenden im Landkreis Bad Dürkheim war 2017 so niedrig wie zuletzt 2013. 264 Menschen hat der Kreis im vergangenen Jahr aufgenommen. Dies waren deutlich weniger als in den Jahren zuvor: 2016 kamen 864 Personen in den Kreis, 2015 waren es 1220 Menschen.

Wer in Deutschland Schutz sucht, wird nach dem so genannten Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer und weiter auf die Städte und Landkreise verteilt. Der Landkreis Bad Dürkheim nimmt 3,3 Prozent derer auf, die im Land Rheinland-Pfalz unterkommen. Der Landkreis weist diese Personen wiederum den Verbandsgemeinden und verbandsfreien Kommunen zu, die die Aufgabe der Versorgung übernommen haben. „Wir können nur immer wieder betonen, wie gut diese Zusammenarbeit läuft“, sagt Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld. „Selbst auf dem Höhepunkt 2015 ist es uns gelungen, für alle Menschen Wohnraum zu finden, nirgendwo musste etwa eine Turnhalle dafür gesperrt werden.“ Auch das Engagement der Ehrenamtlichen sei hervorzuheben.

Aktuell leben rund 2.000 Personen im Kreis, die einen Flüchtlingshintergrund haben. Darunter sind Menschen, deren Asylantrag noch läuft, die geduldet sind oder – und das ist der überwiegende Teil – die einen Aufenthaltstitel aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen haben. Das können Asylberechtigte, Flüchtlinge und Personen mit subsidiärem Schutz sein, aber auch zum Beispiel Personen, die über ein Landeskontingent aus dem Ausland aufgenommen wurden, ohne dass diese einen Asylantrag gestellt haben. „Im allgemeinen Sprachgebrauch wird oft nur von Flüchtlingen geredet. Diese Eigenschaft bekommen aber nur manche nach ihrem Asylantrag zugeteilt. Andere erhalten Asyl, etwa aus politischen Gründen, oder subsidiären Schutz“, erklärt Landrat Ihlenfeld. Die Gründe, weshalb jemand mit welchem Status in Deutschland bleiben darf, sind ganz unterschiedlich. Im Jahr 2017 wurden im Kreis drei Menschen als asylberechtigt anerkannt, 240 wurde die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt und 137 erhielten subsidiären Schutz. Zusammengefasst leben 1.185 Personen im Landkreis Bad Dürkheim mit einem Aufenthaltstitel aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen.

Bei anderen läuft der Asylantrag noch: Solange der Asylantrag vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge noch nicht abschließend bearbeitet wurde, erhalten diejenigen eine Aufenthaltsgestattung. Aktuell sind dies 403 Personen im Landkreis Bad Dürkheim.

Wieder andere erhalten eine Duldung: Sie müssten eigentlich ausreisen, aber die Fakten sprechen dagegen. Möglicherweise sind sie zu krank zum Reisen, ihr Pass muss erst noch beschafft werden oder in ihr Heimatland kann nicht abgeschoben werden. Momentan sind das 325 Personen im Landkreis Bad Dürkheim. 2017 wurden 20 Personen abgeschoben und 26 sind freiwillig ausgereist.

Zum Jahresende 2017 waren 96 Jugendliche im Landkreis Bad Dürkheim untergebracht, die ohne Eltern nach Deutschland gekommen sind. Die meisten stammen aus Afghanistan, Syrien und Somalia. Teilweise sind diese inzwischen volljährig, die Unterstützung des Jugendamts wird auch nach dem 18. Geburtstag fortgeführt. Für 35 von ihnen hat der Kreis die Vormundschaft übernommen, da sie noch unter 18 Jahren alt sind. Für wenige haben auch hier lebende Verwandte die Vormundschaft. In 2017 sind lediglich sechs neue unbegleitete Minderjährige im Landkreis aufgenommen worden. Der Landkreis Bad Dürkheim ist dem Schwerpunktjugendamt Trier angeschlossen, das die Altersbestimmung übernimmt. Jugendliche werden zunächst beim Schwerpunktjugendamt untergebracht, bevor sie auf die angeschlossenen Kreise und Städte verteilt werden.

„Auch, wenn der große Zustrom an Menschen abgenommen hat, ist der Umgang mit Flüchtlingen weiterhin eine wichtige Aufgabe unserer Gesellschaft.  Es ist weiterhin unsere Maxime, Menschen, die berechtigt in Deutschland Schutz suchen, zu unterstützen und bei längerfristiger Bleibeperspektive zu integrieren“, sagt Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld. „Wir tun aber auch alles dafür, dass Menschen, deren Asylbegehren abgelehnt wurde oder die das Asylrecht missbrauchen, unseren Kreis und das Land wieder verlassen.“

Freitag, 28. April 2017

Schneller Draht zur Kreisverwaltung

Behördennummer 115 ab 2. Mai im Kreis Bad Dürkheim

Eine Nummer für alle Fragen: Egal ob Elterngeld, Führerschein oder Studiengebühren, für alle Themen rund um Verwaltung gibt es ab 2. Mai auch im Landkreis Bad Dürkheim die einheitliche Behördennummer 115.

Der Service wird zusätzlich angeboten: Die Mitarbeiter der Kreisverwaltung sind auch weiterhin per Mail, telefonisch und persönlich erreichbar, wichtige Formulare und Infos stehen auf der Homepage des Kreises. Das besondere an der 115 ist, dass die Anrufer nicht in einer Telefonzentrale landen, sondern bei einem Servicecenter, das viele Fragen zu Verwaltungsangelegenheiten direkt beantworten kann. Egal, ob die Kreisverwaltung zuständig ist oder nicht: Hier laufen die Infos von mehreren Behörden zusammen, die Mitarbeiter im 115-Service-Center haben Infos von Kreisverwaltung, Land und Bund. Wo und wann kann ich mein neues Auto zulassen? Wie beantrage ich Wohngeld? Welche Unterlagen müssen zu meinem Bauantrag? Wie funktioniert das mit dem Unterhaltsvorschuss? Zu den häufigsten Behördenanliegen gibt es hier direkt die Antwort. Das Serviceversprechen: 75 Prozent aller Anrufe werden innerhalb von 30 Sekunden angenommen, 65 Prozent ohne eine Weitervermittlung sofort beantwortet. Und sollte das einmal nicht möglich sein, erhält der Anrufer so schnell wie möglich eine Rückmeldung, auf Wunsch auch per Fax oder Mail. So manchen Behördengang kann man sich damit sparen.

„Für die Bürgerinnen und Bürger ist dies besonders einfach. Sie müssen nicht darüber nachdenken, welche Stelle für die Frage zuständig ist, sie rufen einfach die 115 an“, erklärt Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld den Vorteil. In anderen Kreisen und Städten ist die Nummer bereits etabliert. Sie ist zum Ortstarif von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr erreichbar – dank Flatrates in den meisten Fällen also kostenlos. „Im besten Fall wird die 115 die erste Nummer, die einem bei Behördenfragen einfällt. Man wählt sie ganz automatisch“, sagt Ihlenfeld.

Als zusätzlichen Service gehört zum 115-Angebot ein Gebärdentelefon, damit auch Gehörlose und hörbehinderte Menschen vom 115-Service profitieren können. Über 470 Kommunen, zwölf Länder und die gesamte Bundesverwaltung haben sich dem föderalen Vorhaben bereits angeschlossen. Weit über ein Drittel der deutschen Bevölkerung kann den 115-Service damit heute schon nutzen.

„Die Nummer hilft ab sofort bei allen Fragen weiter, für die die Kreisverwaltung Bad Dürkheim, das Land oder der Bund zuständig sind. Die Kommunen bei uns im Kreis nehmen bis jetzt nicht an diesem Projekt teil. Auskünfte, die die Gemeinde- und Stadtverwaltungen betreffen, sind daher bisher leider nicht möglich“, erklärt Landrat Ihlenfeld. „Im Sinne des Bürgerservice hoffen wir, dass die Kommunen bald nachziehen.“

Weitere Infos: www.115.de

 

Wie funktioniert die 115?

Grundlage für die telefonische Auskunft zu den häufigsten Behördenfragen ist die 115-Wissensdatenbank. Alle 115-Teilnehmer stellen hier Informationen zu Verwaltungsleistungen zur Verfügung. So kann jedes 115-Servicecenter gängige Fragen auch zu jedem anderen 115-Teilnehmer in gleicher Qualität beantworten. Die Informationen der 115-Wissensdatenbank sind qualitätsgesichert und werden fortlaufend aktualisiert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der 115-Servicecenter können so stets kompetent und zuverlässig Antworten geben.

Welche Vorteile hat die 115?

Die 115 spart Zeit, ist unkompliziert und zuverlässig: Die aufwändige Suche nach Zuständigkeiten und einzelnen Telefonnummern entfällt. Die meisten Anfragen können sofort beantwortet werden, so dass sich der Anrufer mit demselben Anliegen nicht ein zweites Mal an die Verwaltung wenden muss. Unnötige Behördengänge können somit vermieden werden. Zudem muss sich der Anrufer um nichts mehr kümmern, wenn keine direkte telefonische Auskunft gegeben werden kann: Eine Rückmeldung ist garantiert. Der Service ist zudem kostengünstig: Die 115 ist in der Regel zum Festnetztarif erreichbar und in vielen Flatrates enthalten.

Nachteil: Das 115-Servicecenter kann nur Auskunft geben, wenn die entsprechende Behörde angeschlossen ist und die Wissensdatenbank mit Informationen füllt. Dies gilt ab sofort für alle Belange der Kreisverwaltung Bad Dürkheim – die Kommunen im Kreis nehmen bislang aber nicht teil. Somit können Fragen, die die Gemeinde- und Stadtverwaltungen betreffen, nicht beantwortet werden.

Donnerstag, 17. November 2016

Jahresabschluss 2015: Haushaltsjahr schließt mit Plus

Das Haushaltsjahr 2015 schließt mit über einer Millionen Euro im Plus ab – dieses Ergebnis hat die Kreisverwaltung Bad Dürkheim am Dienstag im Rechnungsprüfungsausschuss vorgestellt. Dies ist eine Verbesserung von über 10 Millionen Euro gegenüber der Haushaltsplanung.

Das laufende Ergebnis aus der Verwaltungstätigkeit liegt für 2015 mit 4,2 Millionen Euro im positiven Bereich, demgegenüber steht ein negatives Finanzergebnis (Ausgaben für Zinsen und sonstige Finanzaufwendungen) in Höhe von -2,79 Millionen Euro. Daraus ergibt sich ein Jahresüberschuss von 1,41 Millionen Euro. Geplant war ein Defizit – das Ergebnis hat sich um 10,63 Millionen Euro gegenüber der Planung verbessert.

Dieses Ergebnis ist auf mehrere Punkte zurück zu führen. Zum einen sind die Energiekosten deutlich gesunken, wovon nicht nur der Kreis direkt, sondern auch indirekt profitiert hat: Denn auch die Verkehrsunternehmen hatten weniger Ausgaben, wodurch Einsparungen im ÖPNV-Haushalt erreicht wurden. Des Weiteren ist der Zuschussbedarf im Bereich Jugend und Soziales geringer ausgefallen als erwartet, was allerdings zum großen Teil Einmaleffekten geschuldet ist, die sich in den Folgejahren wahrscheinlich so nicht ergeben werden. Außerdem profitierte der Kreis vom niedrigen Zinsniveau bei Krediten. Aber auch die verspätete Besetzung von Stellen und verschobene Projekte im Bauunterhalt führten zu der Verbesserung – diese Kosten sind jedoch nur verschoben.

„Dies ist eine Sondersituation, die uns sehr gut tut“, sagt Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld. „Dieser positive Abschluss verringert unser negatives Eigenkapital aber nur geringfügig. Wir müssen weiter an Einsparungen arbeiten, wo es möglich ist, und unsere Einnahmemöglichkeiten ausschöpfen. Klar ist aber auch, dass die Landkreise aufgrund von Bundesgesetzen viele Kosten tragen müssen, gerade im Sozialbereich, wo nur sehr eingeschränkt Einsparpotential besteht.“

Dienstag, 30. August 2016

Tag des offenen Denkmals am 11. September

Unter dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“ öffnen 26 Denkmäler im Landkreis Bad Dürkheim

Der Tag des offenen Denkmals zählt jährlich über vier Millionen Besucher. Damit gilt er als eine der wichtigsten Kulturveranstaltungen Deutschlands. Seit 23 Jahren laden Städte und Gemeinden zu dem Kulturerlebnis ein. Über 8000 historische Stätten, Denkmäler und Parks öffnen am 11. September wieder deutschlandweit ihre Türen. Dadurch erhalten Kulturbegeisterte an diesem Tag auch Zutritt zu Gebäuden, die sonst nur teilweise oder gar nicht zugänglich sind. Vielseitige Programme, die von Sonderführungen über Schauvorführungen reichen, bieten Besuchern die Möglichkeit, mehr über die Geschichte und Architektur der historischen Denkmäler und Gebäude zu erfahren. So können sie vor Ort eine Reise in die Vergangenheit machen, während ihnen die Geschichte des Orts vor Augen geführt wird und sich bei Denkmalpflegern, die ihre abwechslungsreichen Aufgaben beschreiben, informieren, wie diese historischen Stätten auch für spätere Generationen erhalten werden können. Im Landkreis Bad Dürkheim laden an diesem Tag 26 Denkmäler und historische Orte dazu ein, in die Vergangenheit einzutauchen.

Altleiningen:

Protestantische Kirche Die kleine barocke Saalkirche wurde von 1716-18, Erweiterung und Dachreiter 1923 erbaut. Im Inneren sind die hölzerne Flachtonne und reich bemalte Holzemporen, darin integriert die ehemalige Herrschaftsempore mit Wappen und Monogramm von Graf Christoph Christian von Leiningen-Westerburg-Altleiningen, zu bewundern. Die Kirche befindet sich in der Hauptstraße 36 und ist ab dem Gottesdienst um 10.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Erläuterungen nach Bedarf.

Protestantische St. Jakobskirche Die kleine romanische Landkirche, gebaut im 12./13. Jahrhundert, gehörte als Pfarrkirche ehemals zum benachbarten Augustiner-Chorherrenstift Höningen. Zu bewundern ist ihre zum Teil mittelalterliche Ausstattung mit Resten der Ausmalung des 14./15. Jahrhunderts sowie Altarpredella um 1500. Die barocke Einrichtung mit bemalter Herrschaftsempore der Grafen von Leiningen-Westerburg findet sich in der Höninger Hauptstraße 24. Geöffnet ist von 11 bis 16.30 Uhr. Erläuterungen nach Bedarf, 17 Uhr Konzert.

Dirmstein:

Landschaftsgarten am Koeth-Wanscheidschen Schloss Der kleine Landschaftsgarten an dem spätbarocken, im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts für die Familie von Camuzi klassizistisch ausgebauten ehemaligen Adelshof, wurde zwischen 1824 und 1841 durch den Heidelberger Gartendirektor Johann Metzger angelegt und in den letzten Jahren im Rahmen eines Parkpflegewerks wiederhergestellt. Vor der Schlossfassade befinden sich der Spiegelweiher und ein Aussichtshügel, der eine mit Kalkkristallen ausgekleidete Grotte umschließt. Geöffnet ist der Garten am Obertor (Nähe Ortsmitte) von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr. Führungen nach Bedarf.

Gartenhaus Das sechseckige Gartenhaus in der historischen Weingartenanlage Jesuitenhofgarten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde von der Gemeinde erworben und durch den Kulturverein St. Michael und Alte Sandkaut auf weitgehend eigene Kosten und durch Spenden sowie Zuschüsse restauriert. Das Graffito an der Fassade, ursprünglich von Walter Perron, wurde überarbeitet. Alte Wandmalereien im Inneren aus der Zeit der Romantik wurden erneuert. Das Gartenhaus befindet sich am Obertor, Ecke Obersülzerstraße und ist von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen nach Bedarf.

Ebertsheim:

Protestantische Stephanskirche Grundmauern und Untergeschoss des Kirchturms sowie die Holztür mit mittelalterlichen, spätgotischen Beschlägen stammen aus dem 12. Jahrhundert. Die Emporenanlage wurde um 1586 erbaut. Seitdem fanden Veränderungen von Kirchenschiff und Fenstern im 18. Jahrhundert und der Anbau eines kleinen Chors an der Ostseite statt. An der Westseite des Kirchenschiffs sind Freskenteile erhalten. Ein Ölgemälde von Johann Adam Schlesinger, geboren 1759 in Ebertsheim, an der Südwand zeigt Luther mit Schwan. Die Kirche befindet sich in der Hauptstraße 11. Geöffnet ist von 11 bis 17 Uhr, Führungen finden um 11 und 16 Uhr statt.

Elmstein:

Historische Wappenschmiede Die wasserbetriebene ehemalige Hammerschmiede, um 1790 erbaut, war einst Teil eines Mühlenensembles mit einer Mahl- und zwei Sägemühlen. Der Antrieb erfolgt durch zwei der ehemaligen fünf Räder. Die Schmiede ist voll eingerichtet, zu sehen ist ein dreischlägiges Schwanzhammerwerk. Die Wappenschmiede befindet sich in der Möllbachstraße 5-7, sie ist von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen sowie Schmiedevorführungen finden nach Bedarf statt.

Friedelsheim:

Protestantische Kirche Die malerische Baugruppe mit romanischem, barock aufgestocktem Turm, gotischem Chor des 14. Jahrhunderts sowie klassizistisch überformtem Langhaus, befindet sich zusammen mit einem historischen Kirchenwingert im Gartenweg 2. Zu bestaunen sind die gotischen Glocken von 1430 und 1450, gotische Wandmalerei („Erbärmdechristus“) und Kirchenfenster von Erhardt Klonk. Geöffnet ist ab 10.30 nach dem Gottesdienst. Von 14 bis 17.30 Uhr öffnet ein „Kirchencafé“ mit Glockenjubiläum sowie Vernissage und Bilderverkauf.

Gönnheim:

Freilichtmuseum Römersarkophage Die Sarkophage aus dem 4. Jahrhundert stammen aus einem spätrömischen Gräberfeld und wurden 2001/2003 bei Baggerarbeiten im Gebiet „Gänsewiese“ entdeckt. Zu sehen sind in der Ludwigstraße hinter der Martinskirche außerdem Bild-Falt-Tafeln der interessantesten Grabungsfunde der Grabungen von 2001 bis 2008. Geöffnet ist ganztägig.

Haßloch:

Alte Brauerei Löwer Der Tanzsaal aus dem 20. Jahrhundert in der Langgasse 66 ist eine der schönsten Bauten von Haßloch. 2009 wurde er als Einzeldenkmal unter besonderen Schutz gestellt. Die großzügige Bühne mit beidseitigen Emporen lässt das Dorfleben der 1970er Jahre erneut vor dem inneren Auge aufleben. Bis dahin wurde der Saal, dank seiner Größe von etwa 450 Quadratmetern, auf vielseitige Weise genutzt. Der Saal soll stilgerecht saniert und wieder zu einem Kulturzentrum und einer Begegnungsstätte werden. Ab 11 bis 18 Uhr steht er Besuchern offen. Führungen nach Bedarf.

Kindenheim:

Ehemalige Ortsbefestigung Die ehemals vorhandene Ortsbefestigung wurde vermutlich 1470/71 im Zuge der Veldenzer Fehde durch Truppen des Kurfürsten Friedrich I. zerstört. Ab 1560 wurden die Mauern sowie die obere und untere Pforte wieder errichtet. Die Pforten sind Ende des 18. Jahrhunderts beziehungsweise Anfang des 19. Jahrhunderts abgebrochen. Auf ca. 1000 Metern ist die ehemalige Befestigung sehr gut an Grabenwegen und begrenzenden Gartenmauern als umschließendes Oval zu erkennen und zu begehen. Sie befindet sich in der Hauptstraße und ist ganztags zugänglich. Führungen um 11, 13, 15 und 17 Uhr.

Protestantische Martinskirche Nach einer erstmaligen Erwähnung 1196 und ihrem Bau im 16. Jahrhundert wurde die protestantische Martinskirche mit einem Umbau ab 1723 zur heutigen barocken Kirche mit Korbbogenfenster und Traubenrosette an der Flachdecke über dem Kronleuchter. Die Steinmeier-Orgel wurde 1908 in den barocken Rahmen der alten Hartung-Orgel eingesetzt. Neben dem Hauptportal an der Südwand befindet sich ein Epitaph mit Wappenrelief. Das Ostfenster wurde 1954 als Buntglasfenster gestaltet. Die Kirche befindet sich in der Hauptstraße 56 und ist von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen finden um 11, 13, 15 und 17 Uhr statt.

Lambrecht:

Der Marx‘sche Turm, Jagdturm Der Turm in der Bahnhofstraße wurde 1885 durch den Tuchfabrikanten Carl Marx als Wasserturm erbaut und 1928 von der Post gekauft und genutzt. Im Auftrag der Stadt seit 1985 unter Denkmalschutz, spiegelt er den mit der Industrialisierung des Tals einhergehenden sozialen Aufstieg des einheimischen Bürgertums. Seit 1997 ist er im Besitz eines Jagdpächters, anschließend fanden eine umfangreiche Restaurierung und ein wohnlicher Innenausbau statt. Geöffnet ist von 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr.

Sauerbrunnen Von 1993 bis 1996 wurde im Beerental 18 ein seit 1957 verschütteter, von einem Bürgersteig überbauter Tiefbrunnen freigelegt, wiederhergestellt und überdacht. Gleich nach seiner Wiederentdeckung hat das Landesamt für Denkmalschutz das Bauwerk als Kulturdenkmal klassifiziert und die Wiederherstellung gefördert. Der Weg zur Gründung des Fördervereins Sauerbrunnen Denkmalpflege e.V. war geebnet. Vereinsmitglieder stehen zu den Öffnungszeiten von 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr für Fragen und Erklärungen zur Verfügung.

Neuleiningen:

Leiningerland-Museum an der Münze Das Haus wurde in verschiedenen Bauabschnitten seit dem 17. Jahrhundert renoviert und saniert. Die architektonischen Fenster zeigen die verschiedenen Aspekte der Bauentwicklung mit ausführlichen Erläuterungen. Das Museum in der Kirchengasse 6 präsentiert das Leben in Neuleiningen seit dem 18. Jahrhundert mit den Ausstellungsschwerpunkten Handwerk und Haushalt, die Steingutfabrik Jacobi, Adler und Co., Geologie und Paläontologie der Region. Geöffnet ist von 14 bis 18 Uhr. Mitarbeiter des Heimat- und Kulturvereins stehen vor Ort für Auskünfte zur Verfügung. Tal, Dorf- und Burgführungen nach Bedarf.

Leiningerland-Museum im Burgturm Im Burgturm wird die Geschichte der Leininger Grafen mit ihrer Bedeutung für den Ort präsentiert, ebenso Bau, Entwicklung und Verteidigung der Burg anhand von zwei Modellen, die Entwicklung des Orts zur Stadt, Neuleiningen und das Bistum Worms mit örtlicher Münzprägung, die Blütezeit unter Graf Hesso und – verbunden mit der Vorstellung der Gräfin Eva – mittelalterliches Tafel- und Vorratsgeschirr. Das Museum befindet sich in der Kirchgasse im südöstlichen Turm der Burgruine und ist von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Mitarbeiter des Heimat- und Kulturvereins stehen vor Ort für Auskünfte zur Verfügung. Dorf- und Burgführungen nach Bedarf.

Obersülzen:

Protestantische Kirche Die Dorfkirche aus verschiedenen Stilepochen besteht aus einem ursprünglich romanischen Turm um 1200, und einem spätbarocken Kirchenschiff aus dem 18. Jahrhundert mit Resten aus der gotischen Vorgängerkirche. Sie besitzt einen einfachen Saalbau mit dreiseitigem Abschluss, der typisch für reformiertes Kirchenverständnis im Zeitalter des Barock und des Absolutismus ist, und eine generalüberholte Sauer-Orgel von 1896. In diesem Jahr findet das 250. Jubiläum der Kirche statt. Sie ist von 11 bis 16 Uhr geöffnet. An der Kirche 3, Führungen um 11 und 14 Uhr.

Obrigheim-Mühlheim:

Evangelische Schlosskirche Ab 1620 wurde das Gebäude vom Grafen als Schlosskirche ausgebaut. 100 Jahre später wurde die noch heute zu bewundernde barocke Innenausstattung zum Teil der Kirche. Von 10 bis 17 Uhr können Interessierte den besonderen Altar, die Kanzel so wie eine ausgeschmückte Deckenuhr und die Stumm-Orgel von 1738 bewundern. Mühlheimer Hauptstraße 20, 10 Uhr Festgottesdienst. Eine Orgelführung findet nach dem Gottesdienst statt, weitere Kirchenführungen nach Bedarf.

Quirnheim:

Protestantische Martinskirche Erstmals erwähnt wurde die Kirche 770 im Lorscher Codex. Der Wehrturm mit Rankenblattfries wurde um 1100, die heutige Kirche um 1539 gebaut, das Turmgeschoss 1581 erneuert. Die Kirche wurde 1911 und 1963 restauriert. Drei farbig gestaltete Fenster mit Spitzbogen und einfachem Maßwerk aus dem 19. Jahrhundert der Firma F. X. Zettler aus München schmücken den Chor. Für Besucher ist die Kirche in der Neuen Straße 16 von 11 bis 17 Uhr zugänglich. Führungen finden um 11, 13 und 15 Uhr statt.

Wachenheim:

Haus Rettinger Der ehemalige Winzerhof aus dem 17. Jahrhundert wurde zwischen 2012 und 2016 generalsaniert. Im ehemaligen Kelterhaus wurde die wineBank-Pfalz integriert. Das Haus Rettinger befindet sich in der Bahnhofstraße 3 und ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Führungen werden halbstündlich angeboten.

Ruine Wachtenburg Die um 1200 von Konrad II. bzw. Friedrich I. errichtete, mehrmals zerstörte Anlage wurde 1257 erstmals urkundlich erwähnt. 1525 wurde die Burg im Bauernkrieg eingenommen, 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört. 1984 ging die Burg als Schenkung an die Stadt. Sie befindet sich am Schloßberg und ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen durch die Burg und das Museum finden um 11.30, 13.30, 15.30 Uhr und nach Bedarf statt.

Sektkellerei Schloss Wachenheim Der ehemalige, unmittelbar an die Stadtmauer grenzende Adelshof mit spätbarockem, um 1730 für die Freiherren von Sußmann errichtetem Herrenhaus, ist seit 1888 zur „Schaumweinfabrik“ ausgebaut. Der historisch vielschichtige Komplex mit ausgedehnten Kelleranlagen, neoklassizistischer Serenadenhalle von 1927 sowie kleinem Landschaftsgarten befindet sich in der Kommerzienrat-Wagner-Straße 1 und ist von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Um 11 und 14 Uhr finden Kellereiführungen mit Sektprobe statt.

Simultankirche St. Georg Der gestaffelte Bau gibt mit seinem haubenbekrönten Turm ein malerisches Bild ab und ist aus Wachenheim (Weinstraße 26) gar nicht mehr wegzudenken. Der Turm stammt vermutlich aus dem 12. Jahrhundert. Im Inneren der Kirche sind Schmuckstücke verschiedenster Architekturstile zu besichtigen: Der Chor im Kern der Kirche ist spätgotisch, Altäre und Kanzel sind barock, das 1860/61 angebaute Landhaus neugotisch. Geöffnet von 11 bis 17 Uhr, Führungen nach Bedarf. Begleitausstellung: „Wir schaffen das – Eine gelungene Renovierung“. 17 Uhr ökumenischer Gottesdienst. 

Villa Rustica An den Parkplätzen der B271-neu zwischen Wachenheim und Bad Dürkheim sind die Reste eines römischen Landgutes des 3. bis 5. Jahrhunderts mit restaurierten und rekonstruierten Grundmauern zu bewundern. Zugänglich ist die Villa Rustica von 11 bis 17 Uhr. Führungen nach Bedarf durch den Förderverein Villa rustica e.V.

Weisenheim am Berg:

Ehemalige Synagoge Der kleine nachbarocke Bruchsteinbau mit Rundbogenfenstern und Krüppelwalmdach von 1832 ist charakteristischer Stellvertreter anderer pfälzischer Dorfsynagogen. Thoranische und Frauenempore sowie die hebräische Portalinschrift können hier bewundert werden. 1909, nach Auflösung der Gemeinde, versteigert, wurde sie unter verschiedenen Besitzern bis vor 32 Jahren als Lager und Scheune genutzt. Erst 1988 durch den neugegründeten „Förderkreis der Synagoge Weisenheim am Berg“ wurde sie restauriert und mit Unterstützung der staatlichen Denkmalpflege 1990 als Kulturzentrum eröffnet. Von 11 bis 16 Uhr geöffnet, Führungen um 11, 13 und 15 Uhr (Hauptstraße 28a).

Katholische St.-Jakobus-Kirche Die romanisierte Saalkirche mit eingezogenem, halbrund geschlossenem Chor, Orgelempore, quadratischem Eingangsturm und Unterkirche wurde 1932/33 von Hans Seeberger erbaut. Über dem Eingangsportal befindet sich die 1933 entstandene Statue des Heiligen Jakobus von Franz Lind. Wandmalereien im Chor von Heinrich Drews zeigen Majestas Domini, Szenen aus dem Leben der Apostel Jakobus und Johannes und der Legende des Kirchenpatrons und wurden 1933, 1972 und 1993 restauriert. Zudem ist der Kreuzweg des Bildhauers Franz Cleve von 1952, Neufassung 1993, und eine Zimnol-Orgel von 1965 zu bestaunen. Der Chorraum der Kirche in der Hauptstraße 39 wurde 1977 mit neuem Altar und Ambo von Theo Rörig neu gestaltet. Sie ist von 12 bis 16 Uhr für Besucher zugänglich. Führungen finden um 12, 13 und 15 Uhr statt.

Protestantische Kirche Der Kirchenbau mit gotischem, um 1300 errichteten Chor und dem 1726 bis 1728 barock überformten Schiff beherrscht das Ortsbild (Kirchgasse 6). Die authentisch erhaltene Chorausmalung um 1430 mit Passion Christi und Evangelistensymbolen im Gewölbe, wurde zuletzt vor drei Jahren restauriert. Geöffnet von 11.15 bis 16.30 Uhr. Führungen 12, 14 und 16 Uhr.

Weitere Infos: Der Tag des offenen Denkmals wird bundesweit koordiniert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz aus Bonn. Das aktuelle bundesweite Programm ist unter www.tag-des-offenen-denkmals.de einsehbar. Über einen Merkzettel können persönliche Denkmaltouren zusammengesellt werden. Außerdem geben Veranstaltungsprogrammhefte einen Überblick, sie sind bei den Stadt- bzw. Verbandsgemeindeverwaltungen sowie bei der Kreisverwaltung Bad Dürkheim erhältlich.

Weitere Infos unter www.gdke-rlp.de .

Jugend-Fotowettbewerb Kulturinteressierte unter 20 Jahren sind eingeladen, am Jugend-Fotowettbewerb „Fokus Denkmal“ teilzunehmen. Ebenfalls unter dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“ sollen hierfür Fotos von einem Lieblingsdenkmal, das es zu schützen und erhalten gilt, eingesendet werden. Dazu soll in ein paar Sätzen beschrieben werden, warum es so wichtig ist, genau dieses Denkmal zu erhalten. Die Wahl des Motivs, ob der Teilnehmer selbst, Freunde oder Familie im Bild sind, ein Denkmaldetail oder ein komplettes Gebäude gezeigt wird, ist frei überlassen. Die fotografierten Personen müssen mit der Veröffentlichung der Bilder einverstanden sein. Die drei Besten erwarten Geldpreise in Höhe von 100 bis 300 Euro. Einsendeschluss ist der 25. September. Weitere Infos unter www.tag-des-offenen-denkmals.de/fokus/ausschreibung.html.

Montag, 21. Dezember 2015

Trichinenuntersuchung zum Jahresende

Wie das Veterinäramt der Kreisverwaltung Bad Dürkheim mitteilt, werden zum Jahresende die Trichinenuntersuchungstermine von Freitag jeweils auf den davorliegenden Mittwoch verlegt. Grund sind die Weihnachtsfeiertage und der Jahreswechsel. Das Veterinäramt bittet die Jägerschaft des Kreises Bad Dürkheim und der Stadt Neustadt um Beachtung.

Trichinenuntersuchung Weihnachten/Silvester 2015:
Am 25.12.2015 (1. Weihnachtstag) findet keine Trichinenuntersuchung statt. Die Untersuchung wird stattdessen am 23.12.2015 durchgeführt. Am 01.01.2016 (Neujahr) findet keine Trichinenuntersuchung statt. Die Untersuchung wird stattdessen am 30.12.2015 durchgeführt. Ab dem 04.01.2016 werden die Untersuchungstermine wie gewohnt montags und freitags stattfinden.

Dienstag, 15. Dezember 2015

Umstrukturierungsanträge für Rebpflanzungen im Jahr 2016

Ab Montag, dem 4. Januar 2016 können Anträge für die Teilnahme am EU-Umstrukturierungsprogramm für Rebpflanzungen im Jahr 2016 gestellt werden. Die Pflanzung kann in diesem Programm mit allen in Rheinland-Pfalz klassifizierten Rebsorten erfolgen. Wie bereits in vorherigen Jahren werden auch nicht klassifizierte Rebsorten im Rahmen von genehmigten Anbaueignungsversuchen gefördert.

Die Fördersätze in 2016 lauten wie folgt:
Maßnahmen 31 und 41:     10.000 Euro/ha (Flachlagen)
Maßnahmen 33 und 43:       9.000 Euro/ha (Extensive Anlagen)
Maßnahmen 32 und 42:     19.000 Euro/ha (Steillagen)
Maßnahmen 34 und 44:     21.000 Euro/ha (Steilstlagen)
Maßnahme    51:                  32.000 Euro/ha

Mit der neuen Maßnahme 51 werden Handarbeitsmauersteillagen unterstützt. Gemeint sind Flächen in extremen, durch Mauern abgestützten Steillagen, in denen der Einsatz selbstfahrender Maschinen nicht möglich ist und die somit von Hand bearbeitet werden müssen. Die Kreisverwaltung Bad Dürkheim hält die entsprechenden Antragsunterlagen vorrätig. Über das Weininformationsportal (WIP) der Landwirtschaftskammer gibt es die Möglichkeit, einen Antrag elektronisch zu erfassen und zu übermitteln. Das automatisch erzeugte PDF-Dokument ist dann nur noch auszudrucken, zu unterschreiben und fristgerecht bei der Kreisverwaltung Bad Dürkheim abzugeben.

Die Antragsfrist endet am Montag, den 1. Februar 2016. Für Flächen in Flurbereinigungsverfahren gilt im Jahr der Besitzeinweisung eine gesonderte Antragsfrist. Sie endet am 2. Mai 2016.

Dienstag, 27. Oktober 2015

Größte Katastrophenschutzübung seit 30 Jahren erfolgreich verlaufen

Der Flur im ersten Obergeschoss des Wohnheims „Boßweilerhof“ in Quirnheim ist voller Rauch. Feuerwehrleute eilen nach oben. Sie sehen nichts. Was ist die Brandursache? Wie viele Personen sind auf dem Stockwerk? Sind sie verletzt? Mit Atemgeräten bahnen sie sich ihren Weg, während vor dem Gebäude die Kameraden die Schläuche aufbauen, um Wasser nach oben zu spritzen. So realistisch wie möglich sollte es sein, das Szenario der großen Katastrophenschutzübung am Samstag, 24. Oktober. Es war die größte Übung seit Jahrzehnten, bei der über 500 Rettungskräfte für den Ernstfall probten.

Nach und nach lichtet sich der Qualm, der aus einer Nebelmaschine stammt, die 30 Verletzten werden geborgen und zum Sammelplatz auf dem Gelände gebracht, wo Notärzte und Deutsches Rotes Kreuz sich um sie kümmern. Nach der Begutachtung geht es teilweise weiter ins Krankenhaus Grünstadt, die Übergabe wird auch hier geübt. Die „Verletzten“ werden von Schülern der Polizeifachschule in Ludwigshafen gespielt. Auch einige Bewohner des Boßweilerhofs sind als Statisten beteiligt und werden als „unverletzt“ evakuiert und weiter betreut. Der Boßweilerhof ist ein sozialtherapeutisches Wohnheim, Feuerwehrleute in voller Montur waren schon in der vergangenen Woche vor Ort, um den Bewohnern die Angst zu nehmen. „Als die Feuerwehr uns angesprochen hat, waren wir gleich bereit mitzumachen“, sagt Heimleiterin Silke Wannemacher. „Die Übung ist eine wichtige Sache für unsere Einrichtung. Unsere Bewohner reagieren anders. Die Rettungskräfte müssen sich darauf einstellen können.“ Teil des Spiels: Drei Personen werden vermisst. Die Rettungshundestaffel rückt an, um sie zu suchen. Neben Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis Bad Dürkheim, dem Donnersbergkreis und der Stadt Frankenthal sind auch das Deutsche Rote Kreuz, der Förderverein Erweiterter Rettungsdienst (FERD) aus Grünstadt und viele mehr an der Übung beteiligt.

Parallel zur Evakuierung wird Löschwasser über eine lange Wegstrecke aus dem Eisbach gefördert, um den Brand zu löschen. Das THW baut im hinteren Gebäudebereich eine Rettungsplattform auf. In der Kirche auf dem Gelände werden die Unverletzten betreut, weitere in die Mehrzweckhalle nach Ebertsheim gebracht, in der eine Notunterkunft mit Verpflegung und psychologischer Erstbetreuung eingerichtet wird. Gerade als es scheint, dass die Situation unter Kontrolle ist, die nächste Meldung, ebenfalls Teil des Szenarios: Auf der benachbarten Kreisstraße ist ein PKW mit einem Gefahrguttransporter zusammen gestoßen. Eine unbekannte Flüssigkeit tritt aus, der Fahrer des PKW ist eingeklemmt. Der Gefahrstoffzug des Kreises rückt an, außerdem die Einheit für Dekontamination. Im Gerätehaus der Feuerwehr Grünstadt ist die Führungsunterstützungsgruppe aktiv, sie koordiniert von außerhalb den Einsatz, sammelt Informationen und stellt sie bereit. An mehreren Orten muss alles stimmen, müssen alle zusammen arbeiten. Dann, gegen 16 Uhr, das Signal zum Ende. Nach etwa drei Stunden voller Konzentration ist alles vorbei: Jeder gerettet.

„Beide Szenarien, Brand und Unfall, waren realistisch. Das beide gleichzeitig stattfinden, ist aber unwahrscheinlich“, so Kreisfeuerwehrinspekteur Michael Müller, der die Einsatzleitung inne hatte. „Insgesamt ist es gut gelaufen. Es gab kleinere Probleme, die sich aber bei einem echten Einsatz nicht schlimm ausgewirkt hätten. Aber so haben wir gesehen, an was wir noch arbeiten müssen.“ Eine Übung mit über 500 Beteiligten hätte es seit über 30 Jahren nicht gegeben. Künftig planen Landkreis und Feuerwehr etwa alle zwei Jahre eine solche Übung durchzuführen. Nicht immer in dieser Dimension, aber ähnlich. „Wir machen regelmäßig Übungen. Aber bisher sehr selten in dieser Größe, wo die verschiedenen Rettungsorganisationen zusammen spielen müssen. Das wollen wir nun häufiger wiederholen“, sagt der stellvertretende Kreisfeuerwehrinspekteur Jürgen Hochdörfer. Beim Funk habe es ein paar Probleme gegeben, danach werde man jetzt schauen müssen. Ziel der Übung war es, das Zusammenspiel der einzelnen Organisationen zu trainieren. Das habe gut geklappt und aufgezeigt, wo noch nachgebessert werden kann. Über 40 Beobachter waren am Samstag im Einsatz, gemeinsam mit ihnen wird in den kommenden Wochen die Übung ausgewertet.

Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld bedankte sich bei allen Beteiligten, insbesondere bei der Heimleitung des Boßweilerhofs und der Planungsgruppe um Thorsten Walther, die seit zehn Monaten die Übung geplant hatten. „Die Feuerwehren und alle anderen Einsatzkräfte leisten Großes für den Landkreis. Sie opfern meistens ihre Freizeit, um anderen zu helfen. Den Ehrenamtlichen kann gar nicht oft genug für diesen Einsatz gedankt werden. Sie sorgen für unsere Sicherheit.“ Immer wieder gebe es große Schadensereignisse, erinnerte der Landrat, wie etwa den Brand bei Rheinplast in Bad Dürkheim, auf der Parkinsel in Ludwigshafen oder die Gasexplosion in Harthausen. In solchen Situationen müssen viele Wehren und Rettungsorganisationen zusammen arbeiten. Umso wichtiger sind regelmäßige Übungen, bevor etwas passiert. „Diese stärken den Zusammenhalt zwischen den einzelnen Organisationen und verdeutlichen, wie die Absprache erfolgen muss. Wir haben heute gesehen, wie gut das funktionieren kann.“

Montag, 14. September 2015

Sprechstunde für Migranten

Der Beirat für Migration und Integration des Landkreises Bad Dürkheim bietet jeden Monat eine Sprechstunde für ausländische Bürgerinnen und Bürger des Landkreises an. Die nächste ist am 1. Oktober. Zwei Mitglieder des Beirates erwarten die Besucherinnen und Besucher von 16 bis 18 Uhr im Kreishaus Bad Dürkheim.