Kurzgeschichte

Eigenleben

In der kleinen Straße standen nur wenige Siedlungshäuschen. Einst zeugten sie von bescheidenem Wohlstand, von Arbeit, Aufschwung, Familien und Nachbarschaft. Mittlerweile war eine andere Generation eingezogen. Sie hatten die Häuser renoviert, restauriert und modernisiert.

Der Duft des Sommers

An einem Nachmittag so gegen drei zog mit einem zarten Windhauch der Duft des Sommers in den Garten. Er bestand aus dem süßen Echo von Gräsern und Wildblumen und den wilden Aromen der mediterranen Kräuter. Warm war die Brise, die sanft um die Sinne zog und Empfindungen und Bilder beschwor. 

Dramaqueen

„Wann haben Sie Frederick Eisenstein zum letzten Mal gesehen?“ „Gesehen? Hhm. Das war letzte Woche. Am Dienstag oder Mittwoch. Im Supermarkt habe ich ihn zufällig getroffen.“ „Und gestern? Auf der Feier bei Ihren Freunden, dem Ehepaar Siegrist?“ „Nein. Da haben wir uns verpasst.

Vertraute Gesichter

An einem Nachmittag im Februar hielt der Zug am Hauptbahnhof. Wie jeden Tag. Leute stiegen ein und aus. Vertraute Gesichter. Sie begegneten sich täglich. In diesem Zug, der an jedem Tag der Woche immer wieder die gleichen Passagiere in sich aufnahm, waren sie eine Gemeinschaft.

Gleichgewicht und Vernunft

Schon seit ein paar Tagen lag Schnee in der Luft. Der Himmel hing tief und schwer über einer leisen Welt. Es schien, als ob Mensch und Tier die Köpfe einzogen und nur noch flüsterten.

Das perfekte Paar

Emma und Cedric begegneten sich zum ersten Mal auf einer Vernissage. Sie standen vor dem gleichen Bild, jeder hielt ein Glas Sekt in der Hand und eines jener leckeren kleinen Kanapees, die auf einer Platte herumgereicht wurden.

Der Duft des Sommers

Eine wohlige Ruhe inmitten von Vogelgezirpe und Blätterrauschen lag über Omas Garten. Die Nachmittagssonne malte wilde Muster aus Licht und Schatten auf den Rasen. Über Henriette breitete ein Kirschbaum weit seine Äste aus, die schwer von reifen Kirschen fast auf Greifhöhe des Mädchens reichten.

Kurzfristig heimatlos

Seine Schritte hallten durch die leeren Räume. Frederick warf einen letzten Blick in die Wohnung, in der er neun Jahre gelebt hatte. Sie war ihm seltsam fremd und doch vertraut.

Die alten Geschichten

Das kleine Häuschen des alten Ehepaars lag unter dem grauen, eisigen Januar. Der gepflegte kleine Garten war weiß vor Frost und Schnee. Aus Küche und Wohnzimmer drang gedämpftes Licht von der kleinen Stehlampe und den Kerzen am Fenster nach draußen und trotzte dem trostlosen Winter.