Kurzgeschichte

Drei Wünsche

Markus lebte alleine in einer großzügig geschnittenen Wohnung, hatte einen großen Freundeskreis - oder vielleicht besser gesagt Bekanntenkreis, wenn er ehrlich zu sich selbst war - und einen guten und interessanten Job, den er tatsächlich mochte.

Der Onkel Emil Laden

Irgendwo in einem kleinen Weinort fand Emil ein leerstehendes Anwesen mit Hof und Scheune. Die Scheune war in keinem schlechten Zustand, der Hof hatte Flair, das Haus war nicht groß, aber wunderschön. Die Treppenstufen knarzten und die Wände atmeten Geschichte.

Gluthitze

Die Hitze lag flirrend über der Stadt. Nichts bewegte sich, nichts regte sich, nichts schien sich der glutheißen Mittagszeit offenbaren zu wollen. Mensch und Tier hatten sich in den Schutz ihrer Behausungen zurückgezogen und verschliefen den Tag. Kein Laut wagte es, den Sommertag zu belasten.

Raum und Zeit

Der blutrote Morgen streckte sich über das Land und dehnte die Zeit in Orange, Gold und tiefem Blau. Raum und Zeit glühten im Einklang, verweilten im Augenblick und konnten sich am eigenen Spektakel nicht sattsehen.

Eiskalt

Langsam zog die Kälte an ihren Beinen hoch. Es war Februar. Ein ungemütlicher Abend. Sie versuchte, den Mantel fester um ihren Körper zu hüllen. Doch der dünne Stoff schützte sie nicht vor ihren Gedanken, die sie frösteln ließen. Es war kein Abend wie jeder andere. Ganz gewiss nicht.

Tierische Geduld

Eine graue Katze mit weißen Ohren und weißen Tatzen residierte schon seit vielen Jahren in einem recht stattlichen Revier. Sie bewohnte gemeinsam mit drei Menschen ein Haus am Rande der Stadt.

Den Frieden wahren

Als das Licht der Dunkelheit wich und die Kälte zur Ruhe zwang, wanderten die Wölfe in das unentdeckte Reich, vor dem sich die Menschen fürchteten. Ein gutes Jahr lag hinter ihnen. Viele Jungtiere hatten das Rudel reich gemacht.

Ganz passsend

„Ich heiße Lars Kaufmann“, sagte der Mann zu Lena. Sie schaute ihn an, stellte sich automatisch vor, plauderte wie gewohnt und dachte dabei, dass sie sich nicht erinnern konnte, ihn während des Empfangs bemerkt zu haben.

Verkannte Vorzeichen

Das ging schon eine ganze Weile so. Dabei hatte es ganz harmlos begonnen. Kleine Stiche verwunderten ihn zwar, wurden aber von ihm großzügig ignoriert. Achselzuckend quittierte er die zunehmenden Aufmüpfi gkeiten, die sich aber ebenso schnell wieder legten, wie sie gekommen waren.