Kurzgeschichte

Oma, bist Du alt?

„Oma, bist Du alt?“ Na, das war mal eine Frage. Typisch für Carla, die immer über alles nachdachte. „Ja. Und auch nein.“ Irritiert schaute mich meine Enkelin an. „Was denn nun?“ fragte sie mit gerunzelter Stirn. „Ich bin deutlich älter als Du.

Das plötzliche Chaos

Es knirschte, quietschte, brach. Überall waren Splitter und Trümmer. Ganz zu schweigen von der Stille, die dem lauten Knall gefolgt war. Sie war unheimlich, diese Stille. Das Fehlen von Geräusch war ohrenbetäubend. Alle schwiegen, keiner wagte es, sich zu rühren.

In Bewegung

Es war in dem Jahr, in dem der Winter nicht weichen wollte, der Frühling an einem Vormittag stattfand, der Sommer glühte und der Herbst auf dem Weihnachtsmarkt vorbeischaute. Nichts war da, wo es hingehörte.

Das wird was geben!

Es war der Tag vor Weihnachten. Dieser Tag ähnelte eher einem Großkampftag als einem beschaulichen Adventvorabendweihnachtstag. Von Entspannung keine Spur.

Der Rollkoffer

Der Wecker klingelte gewöhnlich um sieben Uhr. Doch dann war sie immer schon wach. Seit drei Wochen ratterte jeden Morgen um halb sieben ein Rollkoffer über das Altstadtpflaster an ihrem Schlafzimmerfenster vorbei.

Nachtsturm

Die Nacht war stürmisch. Der Wind heulte in den Straßen und rauschte in den kahlen Bäumen. Der volle Mond ritt auf zerrissenen Wolken. Die Nacht war zum Bersten gefüllt. Angst, Unsicherheit, Wut, Veränderung. Aber auch Aufbruch, Neuanfang lagen im Brausen des Sturms.

Es sind die kleinen Dinge

Im kleinen Supermarkt des Viertels war nachmittags immer viel Betrieb. Die Menschen kauften auf dem Weg von der Arbeit nach Hause noch schnell das Notwendigste ein.

Weisheiten kurz und knackig

 „Das Glück meines Lebens wird bestimmt durch die Beschaffenheit meiner Gedanken.“ Diesen Satz habe ich kürzlich unter einem Urlaubsfoto eines Facebook Users gelesen. Normalerweise bin ich nicht unbedingt ein Fan von weisen Sprüchen, die mehrfach täglich im Alltag aufpoppen.

Jung geblieben

Kürzlich machte ich am Flughafen die Bekanntschaft eines Herrn, der mir in buntem Regenbogen-Shirt mit aufgedrucktem Peace-Zeichen entgegentrat. Weiße Schlabberhosen, Zehentreter und wallendes Resthaar inklusive.