Neuer Geschäftsführer im Staatsbad Bad Dürkheim

Unter neuer Leitung steht seit dem 1. Dezember vergangenen Jahres die Staatsbad Bad Dürkheim GmbH. Mit Ulrich Bülow (49) wurde ein erfahrener Kurgeschäftsführer gefunden, der zu seinen beruflichen Stationen den Kurbetrieb in Bad Neuenahr zählt. Der gebürtige Bielefelder ist verheiratet und Vater von drei Kindern. 15 Jahre war er im Dienste der Marine als Offizier tätig. Als freiberuflicher Planungsingenieur kam er in Kontakt mit dem Kurbadbetrieb in Bad Neuenahr, wo er ab 1996 die technische Leitung übernahm, die Liegenschaften verwaltete und insgesamt den Betrieb im Detail kennen lernen konnte.

Ab 2003 war Bülow als Berater in technischen, organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Fragen wichtiger Partner der Unternehmen. Während seiner Tätigkeit in Bad Neuenahr hielt er immer wieder Kontakt zum Staatsbad und der Spielbank in Bad Dürkheim.

Bülow löst den kommissarischen Geschäftsführer Oliver Kirschner ab, der auf eigenen Wunsch in sein Tätigkeitsfeld der kaufmännischen Leitung zurückkehrt. In einem Ausschreibungsverfahren setzte sich Ulrich Bülow gegen rund 60 Mitbewerber durch. Zurzeit zählt die Staatsbad Bad Dürkheim GmbH etwa 40 Angestellte. Der Kurbetrieb verursacht pro Jahr mit etwa 140.000 Tagesgästen ein Minus von einer Million Euro. Das bedeutet, dass die Tageskarte mit rund sieben Euro vom Land Rheinland-Pfalz bezuschusst wird. Das ist vergleichbar mit der Situation in den Bädern Bad Bergzabern, Bad Ems und Bad Bertrich. Ziel sei es, durch bauliche Attraktivitätssteigerung die Verluste zu minimieren, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Herbert Laubach. Immer noch sei der Bau eines Thermalbades in Bad Dürkheim in der Diskussion. Jedoch müsse, so Laubach, von Seiten der Stadt genau bedacht werden, dass man sich nicht selbst Konkurrenz schaffe. Die Standortfrage sei ebenso wichtig zu bedenken, damit das etwaige Projekt städtebaulich sowohl unproblematisch als auch ein Gewinn für Bad Dürkheim sei. Bei positivem Beschluss werde ein europaweiter Investorenwettbewerb ausgeschrieben, berichtete Laubach. In Bad Ems laufe zurzeit ein vergleichbarer Prozess, der in der Ausschreibungsphase etwa neun Monate einnehme und die Bauzeit mit rund zwei Jahren veranschlagt sei.

Bülow selbst wollte zu Ideen und Visionen noch keine Angabe machen. „Zunächst muss ich die bestehenden Produkte und ihre Marktfähigkeit genau betrachten und eventuelle Neuentwicklungen oder Verabschiedungen von nicht marktgängigen Produkten sondieren“, sagte er im Pressegespräch. Er sehe jedoch in Bad Dürkheim einen attraktiven Standort für das Staatsbad in einer hart umkämpften Branche.