Nachlese

Der Rheinland-Pfalz-Tag (RLP), der in diesem Jahr in Neustadt stattfand, war ein Erfolg in vielerlei Hinsicht. Chili sprach mit Andrea Müller. Sie hat das (Erfolgs-)Projekt RLP Tag geleitet.

Chili: Wie geht es Ihnen heute nach dem RLPTag?

Andrea Müller: Sehr gut! Die Anstrengungen der vergangenen Wochen und Monate lassen sich mit einem Erfolg viel besser verarbeiten. Und durch den Erfolg verblassen die Belastung und die Anspannung.

Chili: Der RLP Tag war ein großer Erfolg, der auch überregional wahrgenommen worden ist. Wie waren die Reaktionen, die Sie erreicht haben und welche hat Sie am meisten beeindruckt, überrascht, gefreut oder verwundert?

Andrea Müller: Die Rückmeldungen waren durchweg positiv! Sowohl von den Besuchern, den Teilnehmern am Festzug, dem Markt der Städte und Landkreise, den Kollegen der Verwaltungen und Touristinformationen. Alle waren von der Gastfreundschaft und Offenheit in Neustadt an der Weinstraße angetan. Darauf sind wir sehr stolz! Viele der Gäste kannten Neustadt an der Weinstraße bereits, gaben uns aber die Rückmeldung, dass die Stadt besser sei als in ihren Erinnerungen. Ein schöneres Kompliment kann ich mir für unsere Stadt nicht vorstellen. Insgesamt zählten wir rund 15 bis 20 kritische Stimmen, die als E-Mails beziehungsweise Briefe bei uns im Nachgang zum RLP-Tag eingingen. Wir haben versucht, auf jede einzelne Kritik individuell einzugehen und sind verantwortungsvoll damit umgegangen. Auch das gehört bei aller Euphorie zur Nachbereitung einer Großveranstaltung. Letztlich hat uns besonders gefreut, dass die Gäste unser Helferkonzept sehr gelobt haben. Unsere Idee, die Besucher ebenso wie die Teilnehmer nicht mit Schildern sondern mit lebenden Litfaßsäulen zu informieren, hat die Menschlichkeit und Fröhlichkeit des Festes positiv beeinflusst. Die Helfer in den grünen Polo-Shirts haben nicht zuletzt die gute Stimmung an den drei Festtagen mit beeinflusst.

Chili: Welches Resümee zieht die Stadtverwaltung aus den drei Tagen? Finanziell, marketingtechnisch, planerisch?

Andrea Müller: Finanziell stehen wir gut da. Wir liegen bei den Ausgaben unter den Planzahlen des Projekthaushalts. Marketingtechnisch haben wir am RLP-Tag die Attraktionen und damit Stärken der Stadt aufzeigen können. Es war uns wichtig, Neustadt an der Weinstraße trotz des reichhaltigen Programms des RLP-Tages als die Stadt zu präsentieren, die sie auch ohne die Großveranstaltung ist. Wir wollten dem RLP-Tag unseren Stempel aufdrücken, und das ist uns mit den kommunalen Programmpunkten auch sehr gut gelungen. Da wir konsequent vor und während des RLP-Tages unsere in der Zukunft liegenden Projekte und Feste beworben haben, bekamen die Gäste einen Anreiz, Neustadt an der Weinstraße wieder zu besuchen. Wir wollten den Gästen zeigen, dass es sich immer lohnt, hierher zu kommen. Und ich denke, das ist uns sehr gut gelungen! Planerisch kann ich nur sagen, dass all unsere Konzepte voll aufgegangen sind. Auch wenn manche Entscheidung im Vorfeld auf Kritik gestoßen ist, wie die Vollsperrung der Ortsdurchfahrt für die drei Veranstaltungstage, so sind wir in der Nachschau froh und auch ein wenig stolz, dass das Sicherheitskonzept, das Verkehrskonzept sowie das Parkraumkonzept uns in der Umsetzung Recht gegeben haben und alles rund und sicher gelaufen ist.

Chili: Ist angedacht, das Neustadter Weinfest in Hinblick auf das Erfolgsmodell RLP-Tag anzureichern oder zu erweitern?

Andrea Müller: Durch die positiven Erfahrungen des Landesfestes, aber auch schon vorher war klar, dass sich mittelfristig am Gesicht, das heißt an der Konzeption des Weinlesefestes etwas ändern muss. Sicher können wir bei den Überlegungen zur Umgestaltung auf das Potential, welches durch den RLP-Tag deutlich wurde, zurückgreifen. Eine Arbeitsgruppe aus Kollegen, die beim RLP-Tag intensiv mitgearbeitet haben, wird noch vor dem Weinlesefest 2010 die Arbeit aufnehmen. Allerdings werden sich Änderungen frühestens 2011 umsetzen lassen. In jedem Fall ist jetzt aufgrund des Erfolges des RLP-Tages die beste Zeit, sich mit Neuerungen zu beschäftigen.

Chili: Einige Angebote sind besonders stark angenommen worden, zum Beispiel das Culcha Candela Konzert. Der Andrang der Jugendlichen war sehr hoch. Haben Sie daraus den Schluss gezogen, weitere Konzerte dieser Art zu veranstalten, da der Bedarf und das dazugehörige Publikum bestehen?

Andrea Müller: Natürlich haben auch wir uns über den enormen Zuspruch der jungen Menschen beim RLP-Tag sehr gefreut. Ich selbst habe noch nie so viele Jugendliche und junge Erwachsene in friedlicher, ausgelassener Stimmung in Neustadt an der Weinstraße gesehen. Das war sehr schön! Allerdings sind solche Konzerte und Veranstaltungen nur mit starken und zuverlässigen Partnern für die Stadt umsetzbar. Sollten wir entsprechende Angebote erhalten, wären wir nach heutigem Stand nicht abgeneigt, uns bei der Umsetzung eines solchen Projekts zu beteiligen.