individuell isst ausgewogen

Was bedeutet gesunde Ernährung eigentlich?

Es ist längst kein Geheimnis mehr: Die Ernährung beeinflusst das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen. In den Industriestaaten geht man davon aus, dass rund 30 Prozent der Ausgaben des Gesundheitswesens auf ernährungsbedingte Krankheiten wie Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen sind. Durch zahlreiche Untersuchungen versuchen Forscher herauszufinden, was eine gesunde Ernährung eigentlich ist.

Ob es Hausmannskost, Fastfood, asiatische Essgewohnheiten, die mediterrane Küche oder eine vegetarische Lebensweise sind, die betrachtet werden, seriöse Studien kommen immer zu dem Schluss, dass eine ausgewogene Ernährung das Beste für den Menschen sei. Jetzt stellen sich die Fragen, was bedeutet ausgewogen und wer ist er, dieser Mensch?

Fest steht, dass es nicht ein allgemeingültiges Ernährungskonzept gibt, dass für jeden Menschen gleich gut ist. Kinder und Senioren haben einen anderen Grundumsatz und brauchen demzufolge eine unterschiedliche Energiezufuhr. Menschen mit Allergien, Lebensmittelunverträglichkeiten oder Diabetiker sind separat zu berücksichtigen. Menschen mit körperlich schwerer Arbeit oder ausschließlich sitzender Tätigkeit haben unterschiedliche ernährungsbedingte Bedürfnisse, um beispielsweise Leistung zeigen zu können. Ganz abgesehen von den typischen Vorlieben für bestimmte Lebensmittel oder auch kulturell oder religiös bedingte Abneigungen gegen Nahrungsmittel, die ein Ernährungsdogma unmöglich machen würden. Männer und Frauen essen anders. Die Jahreszeiten bestimmen den Ernährungsplan ebenso mit. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass eine ausgewogene Ernährung überaus individuell ist und auch sein muss. Allerdings gelten einige Grundregeln für alle gleichermaßen. Fett, Zucker und Fleisch sollten maßvoll verzehrt werden, Obst und Gemüse dagegen darf reichlich auf dem Speiseplan auftauchen. Kohlenhydrate wie Brot, Nudeln, Reis und Kartoffeln sollten nicht den Hauptanteil an der täglichen Ernährung ausmachen.

Lange Zeit stritt man darüber, ob eine vegetarische Ernährung überhaupt sinnvoll sei oder gar dem Körper auf Dauer schade. Heute denkt man darüber nach, wie sehr dieses Ernährungskonzept der Gesundheit zuträglich ist. Die Fragestellungen sind symptomatisch für die Unsicherheit der Menschen, die eine einfache Lösung bevorzugen würden.

 Eine feste Regel für alle gibt es nicht und vielmehr noch, eine konzeptionelle Richtung ist noch nicht die Lösung. Denn die Antwort auf die oben aufgeworfenen Fragen darf nur für den jeweiligen Einzelfall gegeben werden. Gesund lebt ein Vegetarier nämlich nur dann, wenn sein Speiseplan abwechslungsreich ist. Nur Nudeln mit Sauce – was durchaus fleischlos ist – oder ausnahmslos Backwaren, lediglich Obst und ausschließlich Salat bringen nicht die Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente, die der Körper benötigt. Nichts ist falsch, wenn man es in Maßen genießt, und nichts ist richtig, wenn man es übertreibt. Für alle Ernährungskonzepte gilt: Die Dosis macht das Gift und die individuelle Mischung bestimmt die gesunde Verträglichkeit.

Und nun noch der ungeliebte Klassiker: Wer mehr Kalorien zuführt, als er verbraucht, nimmt zu. Egal, ob er nach 17 Uhr noch etwas isst oder nicht.