Herzlich Willkommen

Ein herzliches Willkommen möchte jeder Gastgeber seinen Gästen und guten Freunden bereiten. Gastfreundschaft ist ein hohes Gut und hat seinen Ursprung in den unruhigen Zeiten der Reisenden und Wanderer, aus Zeiten des Krieges und der Auseinandersetzungen, als es lebensrettend war, wenn man jemandem einen sicheren Platz zum Ausruhen und eine Mahlzeit anbot. Heute noch ist Gastfreundschaft in den arabischen Ländern eine Frage der Ehre und gehört zu den Gesetzen des kulturellen Selbstverständnisses. Wir gewähren – wenn wir es denn tun – gerne unsere Gastfreundschaft und heißen geladene Gäste, Familie und Freunde willkommen. Wir geben uns in der Regel viel Mühe, bieten ebenfalls Getränke und meist auch einen Blick auf unsere Kochkunst an. Es ist aufgeräumt, blank geputzt und Blumen stehen auf dem Tisch, wenn wir eingeladen haben, und zeigen uns so von unserer besten Seite. Da unsere Wohnung oder unser Haus ein Spiegel unserer selbst sein sollte, zeigen wir ihn gerne in bester Verfassung – nämlich blank poliert. Kommen wir nicht dazu, die Wohnung in Ordnung zu bringen, einzukaufen und mal über das Staubfänger-Vertiko zu wischen, so demonstrieren wir eindrucksvoll unseren Mangel an Organisationstalent. Manchmal, und gar nicht so selten, haben wir Stress, bevor der Besuch auf den Klingelknopf drückt. Meist auch noch danach.
Das alles tun wir jedoch nicht für den Gast, sondern für uns. Wir möchten uns präsentieren. Ein richtiges Willkommen empfinden unsere Freunde dann, wenn sie sehen, dass wir sie einfach so nehmen wie sie sind, ihr Kommen uns keinen Stress bereitet hat und sie sich bewegen können, ohne Angst zu haben, die unmenschliche und künstliche Ordnung wieder zu zerstören. Ein gastfreundschaftliches Willkommen spürt man, wenn an einem Tisch zusammengerückt wird und ein weiterer Teller einfach dazu gestellt wird. Nimm Platz und iss mit uns!

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