Dein Taschengeld

Die Zahl der Privatinsolvenzen nimmt zu. Die Ursachen für das finanzielle Scheitern der privaten Haushalte sind zahlreich. Arbeitslosigkeit, Scheidungen, Krankheit sind einige Gründe. Eine Überschuldung durch unverhältnismäßig hohe Ausgaben zum tatsächlich verfügbaren Budget zählt zu den Hauptfaktoren. Den Umgang mit Geld muss jeder lernen. Und es gilt auch hier: Je früher umso besser.

Kinder und junge Erwachsene sollten ihn frühzeitig mit der Verwaltung des Taschengelds erproben. Allerdings ist dies nicht nur eine Aufgabe der Kinder sondern gleichzeitig der Eltern. Denn auch diese können so einiges beim Thema Taschengeld falsch machen. An erster Stelle steht natürlich die elterliche Vorbildfunktion, die leider nicht von allen Eltern einwandfrei ausgefüllt wird. Deshalb sollten Eltern zunächst ihr eigenes Verhalten betrachten. Kinder erlernen den verantwortungsvollen Geldumgang leicht und selbstverständlich, wenn sie erleben, dass die vorhandene Geldmenge in einem Zeitraum ausreichen muss und dies auch tatsächlich funktioniert.

Jedes Kind sollte seinem Alter entsprechend Taschengeld erhalten. Spätestens bei Schuleintritt ist das erste Geld fällig. Die deutschen Jugendämter geben regelmäßig Empfehlungen zur Höhe des Taschengeldes ähnlich der Lohntarife heraus. Jüngere Kinder überblicken längere Zeiträume noch nicht. Daher ist es angemessen, ihnen das Geld wöchentlich auszuhändigen. Werden die Kinder älter, so ist die Einrichtung eines Girokontos sinnvoll, auf das per Dauerauftrag der vereinbarte Betrag überwiesen wird. Solange keine Überziehungskredite bewilligt werden, ist kein Risiko für eine frühe Überschuldung vorhanden.
Das Kind soll sein Taschengeld unaufgefordert erhalten und somit nicht in regelmäßigen Abständen zum Bittsteller werden. Das Taschengeld ist keine erzieherische Maßnahme. Kürzungen wegen Fehlverhalten aber auch Zuschüsse als Belohnung sind keine adäquaten pädagogischen Mittel. Die Höhe des gewährten Taschengeldes sollte einen Spielraum für Einkäufe erlauben. Haben die Kinder allerdings zu viel Geld in der Tasche, ist ein maßvoller Umgang ebenfalls nicht erlernbar. Denn schließlich können – auch später nicht - nicht alle Wünsche gleich erfüllt werden.

Grundsätzlich darf ein Kind von seinem Geld kaufen, was es möchte, solange es nicht gefährlich oder gesundheitsgefährdend ist. Waffen, Alkohol und Zigaretten sind Tabu. Eltern beraten bei Anschaffungen. Kommentieren sie die Einkäufe nur bei Nachfrage, erhalten die Kinder das Signal, das ihre Eltern ihnen den Umgang mit dem Geld zutrauen. Dies stärkt die Eigenverantwortung und sie fühlen sich dennoch nicht alleingelassen. Kinder sollten mit ihrem Taschengeld nicht für Grundbedürfnisse wie Nahrung, Schulmaterial oder Kleidung aufkommen müssen. Ausnahmen sind Süßigkeiten, Extrawünsche, besonders teure Kleidungsstücke oder mutwillig zerstörte Schulmaterialien.
Lernen erfordert Übung. Auch beim Umgang mit Geld. Und nur wer gute Lehrer hat, lernt leicht.

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