Winterzauber

Zu einem Weihnachtsmarkt mit gemeinschaftlichem Konzept und Angebot laden in diesem Jahr erstmalig mehrere Betreiber nach Neustadt. Ab diesem Jahr richten die Beschicker des traditionellen Weihnachtsmarkts und des an den Adventwochenenden stattfi ndenden Kunigundenmarkts, des Wochenmarkts, die Gastronomen rund um den Marktplatz, die Kirche und die Einzelhändler gemeinsam einen Weihnachtsmarkt aus.Unter der Führung der Tourist-Kongress und Saalbau GmbH (TKS) und der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (WEG) Neustadts wurde mit Vertretern jeder Interessensgruppe in zahlreichen Gesprächsrunden das Projekt mit dem Namen Winterzauber erdacht.

Was viele Jahre nicht möglich erschien, führte in langen Gesprächen zu einem tragfähigen Konzept. Es galt, viele Teilziele zu vereinen. Die Wochenmarktbeschicker wollten den umsatzstärkeren Standort Marktplatz nicht ein weiteres Jahr in der Weihnachtszeit gegen den weniger lukrativen Platz am Bachgängel-Parkplatz tauschen. Die Einzelhändler waren bestrebt, den Bachgängel- Parkplatz als Parkraum an den Adventssamstagen für die Kunden bereitzustellen. Die Gastronomen möchten am Umsatz des Weihnachtsgeschäfts partizipieren. Die TKS hat zum Ziel, mit einem attraktiven, internationalen Angebot die Besucherströme auch aus dem Ausland nach Neustadt zu lenken. Die Kirche will sich durch ein gezieltes Adventsangebot einbringen und die WEG hilft, die berechtigten Interessen der Unternehmer im Einklang zu realisieren. Gleichzeitig bestand der Wunsch, den Winterzauber in der Altstadt zentral an einem Ort zu belassen. Damit soll die Attraktivität des Events gestärkt werden, indem man einen Treffpunkt mit kurzen Wegen, einer gebündelten Logistik und Infrastruktur aufbaut.

Der Beigeordnete Georg Krist, Vorsitzender des Aufsichtsrats der TKS, gab den Anstoß zu den Gesprächen. „Das Ergebnis ist ein für alle Beteiligten und Besucher attraktives Konzept, das darüber hinaus für die kommenden Jahre Planungssicherheit bietet.“ Und so sieht das neue Konzept aus: Der bisherige Weihnachtsmarkt fi ndet nun auf dem südlichen Teil des Marktplatzes und dem Juliusplatz statt. Die Hauptattraktion für Familien, die Eisenbahn, findet ihre neue Heimat auf dem Juliusplatz in der Nachbarschaft zu verschiedenen Kinderkarussellen sowie einigen Imbiss- und Getränkeständen.

Die nördliche Hälfte des Marktplatzes steht zu den üblichen Wochenmarkt-Zeiten den Beschickern und Besuchern des Wochenmarkts zur Verfügung. Im Anschluss entsteht dort eine für Neustadt neue Attraktion: eine Schlittschuhbahn. Sie nimmt eine Fläche von rund 200 Quadratmetern ein und wird ebenso wie die neue Schneebar, die rund um den Brunnen angesiedelt sein wird, von dem Neustadter Gastronom Ramazan Bingöl betrieben. Die Schlittschuhbahn, die samstags ab 18 Uhr bis freitags 21 Uhr, den Platz einnimmt, besteht aus Silikon-Hartplatten und ist damit eine umweltfreundliche und mobile Alternative zu den herkömmlichen Eisbahnen. Die Idee zur Schlittschuhbahn entstand bei den Marktwirten. Die Planung und Realisierung bis zur Finanzierung übernimmt die WEG. Thomas Hammann, Geschäftsführer der WEG, erklärt, dass die notwendige Unterkonstruktion für die Schlittschuhbahn so gewählt wurde, dass auch der im Wechsel mit der Schlittschuhbahn befi ndliche Wochenmarkt problemlos darauf stattfinden kann.

Der Kunigundenmarkt mit seinem pfälzischen und auch internationalen Genussangebot wurde erst 2011 von der TKS ins Leben gerufen und fand sofort regen Besucherzulauf. Nun steht schon eine Erweiterung in den Rathausinnenhof an, wo zusätzliche Leckereien in weihnachtlicher Atmosphäre angeboten werden (siehe auch S. 28-29). Die Kirche nimmt regen Anteil am vorweihnachtlichen Geschehen mit Adventsliedersingen, speziellen Gottesdiensten und geöffneten Kirchen. Hamman sagt: „An den Eingängen der wichtigsten Straßen werden Beleuchtungsbögen und – elemente die in die Jahre gekommene herkömmliche Weihnachtsbeleuchtung ablösen.

Auch an Rathaus, Marktbrunnen und Stiftskirche sorgt eine verbesserte Illumination für eine schöne Adventsstimmung.“ Neustadt hat ein weiteres Mal das Konzept des Weihnachtsmarktes verfeinert und erweitert. Die Attraktivität wurde deutlich gesteigert und sowohl für Familien als auch für junge Leute ein schönes Angebot geschaffen. Bereits in den letzten Jahren war der Erfolg durch eine Zunahme der Besucher spürbar. Vielleicht gilt es, noch kleinere Schwierigkeiten im Ablauf zu meistern, denn schließlich bringen Wochenmarkt und Schlittschuhbahn Bewegung in den ruhenden Verkehr. Alle Interessensvertreter zeigten sich über den sechs Monate dauernden Prozess zur Erstellung des gemeinsamen Konzepts erfreut und sehr zufrieden.

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