Winterlich

Der Winter kommt. Wir sehen ihm mit gemischten Gefühlen entgegen. Steckt uns doch noch der letzte in den Knochen, der sich so endlos dahinzog. Der vergangene Winter war gefühlt der längste, schlimmste und kälteste seit vielen Jahren.

Richtig ist, dass wir den dunkelsten Winter seit der Wetteraufzeichnung erlebten. Ihm fehlte es an Sonnenstunden. Betrachtet man die Zeit vom 1. Dezember 2012 bis 28. Februar 2013 – das ist die Zeit des meteorologischen Winters – dann lag die Gesamtsonnenscheindauer bei rund 118 Stunden. Der Durchschnitt der Sonnenscheinstunden lag in diesem Zeitraum verglichen mit den Wintern der letzten 35 Jahre um rund 40 Stunden zu tief. Sowohl Durchschnittstemperatur als auch Zahl der Frosttage lagen unter dem langjährigen Mittelwert. Es war also nicht kälter als üblich, sondern sogar etwas wärmer. Die maximale Schneehöhe betrug 26 Zentimeter und bescherte dem Verkehr am 12. Dezember 2012 Schwierigkeiten. Selbst der Winter 2011/2012 wies mit 34 Zentimetern maximaler Schneehöhe (am 16. Februar 2012) mehr Schnee auf. Im vergangenen Winterzeitraum sowie im Winter 2011/2012 fiel an 66 Tagen Niederschlag – nicht immer Schnee (Der mittlere Wert liegt bei 44 Tagen). Doch schien in den Wintermonaten um den Jahreswechsel 2011/2012 an fast 200 Tagen die Sonne.

Winterlich wird die Saison werden. So oder so. Wir bereiten uns auf die schwierigen Straßenverhältnisse vor, packen den Garten gut ein, Wildtiere passen ihre Überlebensstrategie der Witterung an und wir warten auf Weihnachten, was schneller kommt, als man glaubt. Wir rutschen ins neue Jahr, machen es uns gemütlich mit Freunden und Familie und freuen uns auf die ersten Frühlingsboten.

Der erste gute Vorsatz lautet: In dieser Saison werden wir bei Spaziergängen, Wandertouren und dick eingemummt auf dem Balkon das Licht genießen, das selbst an trüben Tagen deutlich intensiver ist als jede noch so helle Stubenlampe es jemals sein kann. Der Winter kommt. Soll er doch!

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