Windhunde

Mit einer unvergleichlichen Energie und einer wahnwitzigen Geschwindigkeit rennen die Windhunde auf der Bahn um den Sieg. Mit kraftvollen Bewegungen, die man in den enorm schlanken Tieren kaum erwartet, scheinen sie zu fliegen. Die eleganten Tiere, die für die Jagd seit je her treue Begleiter des Menschen überall auf der Welt sind, leben hier beim Rennen ihren Bewegungsdrang aus. Ihre Passion ist das Laufen, die Bewegung – die Jagd. Ihr Körperbau ist die evolutionäre Perfektion der Aerodynamik.

Windhunde jagen nicht nach ihrer Nase, sondern im Gegensatz zu vielen anderen Hunderassen nach Sicht. Eine einmal erspähte Beute wird nicht mehr aus den Augen verloren. Sie sind nicht nur schnell, sondern auch ausdauernd. Die Tuareg als stolze Bewohner der afrikanischen Wüste fanden in den Windhunden einen anpassungsfähigen Jagdbegleiter, der den Anforderungen des Klimas und der natürlichen, meist ungünstigen, Bedingungen standhielt. Auch sahen sie in dem schlanken, hochbeinigen Hund ein Statussymbol, der darüber hinaus Nutzen brachte – als Bewacher ihrer Herde. Der edlen Statur und dem fast schon aristokratischen Auftreten ihrer Hunde tragen die Tuareg Rechnung, indem sie diese niemals anbinden. Denn: Die Seele eines Windhundes will laufen, sagen die Menschen hier. Der persische Windhund Saluki schaut auf eine lange Tradition innerhalb des mittleren Ostens zurück. Ursprünglich besaß jeder Volksstamm Salukis, die sich am besten für die Jagd auf das spezielle Wild der Gegend eigneten, ohne dass - der Tradition des Mittleren Ostens entsprechend - Salukis verkauft oder gekauft, sondern lediglich als Ehrengabe verschenkt wurden.

In Europa waren Hetzjagden beliebter Sport der adligen Gesellschaft. Über Jahrhunderte war die Jagd ausdrücklich nur den Landesherren vorbehalten und die okzidentalen Windhunde wurden zu vielfältigen Jagdeinsätzen auf das unterschiedlichste Beutetier eingesetzt: Hirsche, Wölfe, Kaninchen, Hasen, Fuchs, Dachs und andere. Auch war der Besitz der Windhunde lange Zeit nur dem Adel gestattet. Mit dem Sturz der meisten Monarchien begann auch der Fall des Windhundes. Der Jugendstil verhalf dem Windhund noch einmal wegen seiner Eleganz als ein beliebtes Schmuckstück feiner Damen zu einem Comeback.

Die Hetzjagd, dabei wird die Beute und nicht der Hund gehetzt, was immer leicht verwechselt wird, ist etwa seit einem Jahrhundert verboten. Als Ersatz bot man den Hunden erst Coursings- und Jagdparcours (das sind Hindernisparcours) an. Etwa im Jahr 1920 starteten die ersten Rennen auf einer Rennbahn. In Großbritannien ist das Hunderennen sehr beliebt. Die Briten frönen ihrer Passion des Wettens auf der Rennbahn. Heute noch ist England auch für Züchter ein attraktiver und lohnender Partner. Whippets, die vergleichsweise kleinen Windhunde, werden als aus der Kohle kommend bezeichnet – eine englische, weniger teure Züchtung, die sich der einfache Engländer leisten konnte. Der Deutsche Windhundzucht- und Rennverband, in dem die meisten Windhundrennvereine organisiert sind, legt in seiner Satzung fest, dass zu den Rennen keine Profistarter zugelassen werden. Damit untersagt er auf elegante Art das Wetten auf deutschen Rennbahnen.