Wettbewerb in luftigen Höhen

Einen wunderschönen Blick über die Pfalz aus luftiger Höhe bot sich den Teilnehmerinnen der zweiten Damen Europameisterschaft im Ballonfahren im vergangenen September. 25 Teilnehmerinnen aus 15 Nationen kämpften in Frankenthal um die europäische Krone im Ballonfahren. Bereits vor vier Jahren war die Stadt Frankenthal Austragungsort der 17. Deutschen Meisterschaft der Heißluftballonpiloten. Dass die Deutsche Meisterin des Ballonfahrens, Dolores Deimling, in Frankenthal lebt, verband die Stadt darüber hinaus mit dem vergangenen Wettbewerb. Dolores Deimling nahm selbstverständlich an den diesjährigen europäischen Meisterschaften teil, hoffte auf den Heimvorteil und belegte letztendlich nach einem spannenden Wettkampf den fünften Platz. Deimling war nicht nur als Ballonfahrerin involviert, sondern leitete darüber hinaus die Organisation und Durchführung der Veranstaltung mit einem großen und engagierten Team. Die neue Europameisterin im Ballonfahren heißt Lindsay Muir und stammt aus Großbritannien. 
Im Jahr 2010 fand die Damen Europameisterschaft im Ballonfahren zum ersten Mal statt. Gastgeberland war Litauen. Während des Wettbewerbs in deutschen Höhen gingen die Ballonfahrerinnen mit ihren Teams je nach Wetterlage und aufgrund der Thermik früh morgens und abends an den Start und bewältigten unterschiedliche Aufgaben. Sie setzten Marker von dem Ballon aus auf Zielpunkten ab, steuerten per GPS einen Punkt im Luftraum an und versuchten, den Ballon möglichst still in der Luft zu halten oder zentimetergenau zu landen. Durch die GPS-Technik ist im Ballonsport mittlerweile ein größeres Spektrum an Aufgaben möglich. In Frankenthal meisterten die Ballonpilotinnen während den Europameisterschaften19 verschiedene 2D sowie 3D Aufgaben. 
Neben dem Wettbewerb wurde ein attraktives Begleitprogramm für die Besucher geboten. In der Stadt sowie im Strandbad konnten Interessierte mit den Modellballonen auf Tuchfühlung gehen und Hüllen und Ballonkörbe begehen. Im Rahmen der Ballonfiesta war es auch für Gäste möglich, den Sport hautnah zu erleben und im Ballon die Pfalz von oben zu bestaunen. Publikumsmagnet war Brian Jones, mehrfacher Ballonweltrekordler. 1999 umrundete der Brite mit seinem Freund Bertrand Piccard in 19 Tagen, 21 Stunden und 47 Minuten in einem Breitling Orbiter 3 ohne Zwischenstopp die Erde. Der Breitling Orbiter 3 ist ein Ballon vom Typ Roziére, ein Gemisch aus Heißluft- und Gasballon, der für die Weltumrundung mit vielen technischen Gerätschaften und einer besonderen Kapsel für die Besatzung ausgerüstet wurde. Jones und Piccard starteten im schweizerischen Château-d’Oex und beendeten ihre Ballonfahrt in Dakhla in Ägypten. Mit Berichten seiner Abenteuerfahrt und einem Nachbau des Breitling Orbiter 3, mit dem die Abenteurer die 45.755 Kilometer zurücklegten, brachte Jones die Besucher der Damen Europameisterschaft ebenfalls dem Himmel ein Stück näher. Neben Jones Orbiter 3 waren mit dem Katzenballon und dem Sparkassen Schweinballon noch weitere Sonderformen vertreten. Krönender Abschluss der Damen Europameisterschaft bildete die RPR1 Partynight und das musikuntermalte Ballonglühen. Dabei wurden mehrere Heißluftballone am Boden verankert und nach Einbruch der Dunkelheit mit balloneigenen Gasbrennern zum Glühen gebracht. 
Nadine Baumann
 

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