Wer anderen hilft, hilft auch sich selbst

Mehr als 10 Millionen Umsatz bei BNI in der Metropolregion Rhein-Neckar:

„Stell dir vor, es ist Krise und keiner macht mit“, könnte man das Zitat von Bert Brecht umwandeln. Mehr als 250 Unternehmer aus der Metropolregion Rhein-Neckar haben beschlossen, sich an der gegenwärtigen Wirtschaftskrise nicht zu beteiligen.

Sie gehören dem Netzwerk BNI an, der führenden Organisation für Empfehlungsmarketing weltweit. „Mund-zu-Mund-Propaganda ist wohl die älteste Form des Marketings“, sagt BNI-Regionaldirektor Kevin Barber. „Die wenigsten Menschen haben jedoch ein Konzept, eine klare Strategie dafür.“ Und genau hier setzt BNI (Business Network International) an. In der Metropolregion Rhein-Neckar machten die BNI-ler im vergangenen Jahr mehr als zehn Millionen Euro zusätzlichen Umsatz. Trotz der Krise. Damit hat eine Geschäftsempfehlung bei BNI in der Metropolregion einen durchschnittlichen Wert von 1.100 Euro.

BNI ist nur eine von vielen Möglichkeiten, wie man sich über Kontaktnetzwerke über die Krise retten, ja vielleicht sogar von ihr profitieren kann. Wer trotz Wirtschaftskrise geschäftlich erfolgreich sein will, sollte jedoch nicht erst dann mit dem Netzwerken beginnen, wenn es ihm schlecht geht. Denn nachhaltiges Netzwerken bedeutet immer, vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Das ist vergleichbar mit der Arbeit eines Sämanns: Er bringt die Saat aus, gießt und düngt den Acker in der Hoffnung, dass er später eine Ernte einfahren kann. Wer dagegen wie ein Jäger schnelle Beute machen will, mag vielleicht kurzfristig Erfolg haben. Langfristig zahlt sich eine solche Strategie jedoch nicht aus. Wer also andere um ihre guten Beziehungen und Kontakte beneidet und diese als Vitamin B abtut, der sollte wissen, dass dieses Netzwerk nicht von allein entstanden ist. Dahinter steckt immer eine kontinuierliche, zielgerichtete Netzwerkarbeit.

Für alle, die mit dem strategischen Netzwerken beginnen wollen, zunächst eine gute Nachricht: Es ist nie zu spät dazu. Und in der Regel fängt man nicht ganz von vorne an. Denn jeder hat Beziehungen, sei es im Familien- und Freundeskreis. Man muss sich nur darüber im Klaren werden, über welche Kontakte man bereits verfügt und wie man diese auch geschäftlich nutzen kann. Oft würde es ausreichen, einfach über seine Arbeit zu sprechen oder anderen zu sagen, zu wem man Kontakt sucht.

So bemühte sich zum Beispiel ein BNI-Mitglied in England monatelang um einen Kontakt zu einem Vorstandsmitglied eines großen Computerkonzerns. Als es endlich klappte, erzählte er freudestrahlend seinen Eltern von diesem Erfolg. Und dann geschah das Verblüffende. „Das hättest du auch einfacher haben können“, sagte sein Vater. „Ich spiele mit dem Mann regelmäßig Golf.“ – „Und ich singe jede Woche mit seiner Frau im Kirchenchor“, ergänzte seine Mutter.

Martin Bernhard