Was heißt hier bio?

Welches Siegel sagt mir was?

Wer seinem Körper etwas Gutes tun will, stellt sich des Öfteren beim Einkaufen die Frage: Welches Produkt ist wirklich bio? Unzählige Logos und Siegel weisen angeblich darauf hin. Hier geht es aber nicht nur um gesunde Ernährung, sondern auch faire Preise und eine nachhaltige Produktion spielen dabei eine Rolle. Doch was sagt ein Logo wirklich und welches Siegel ist vertrauenswürdig?

Zunächst sollte der Einkäufer zwischen staatlichen und privaten Siegeln unterscheiden. Zu den staatlichen zählt beispielsweise das bekannte deutsche Bio-Siegel. Laut einer Umfrage ist das Siegel 87 Prozent der Deutschen bekannt. Dieses Kennzeichen für biologische Lebensmittel existiert schon seit zehn Jahren und schmückt inzwischen über 60.000 Produkte. Die staatlichen Kontrollen richten sich nach der europäischen EG-ÖKO-Basisverordnung, die unter anderem fordert, bei der Herstellung auf mineralische Stickstoffdünger, chemisch synthetische Pflanzenschutzmittel und über 250 Zusatzstoffe zu verzichten. Außerdem verbietet diese Verordnung jegliche Nutzung von Gentechnik. Das Siegel steht für artgerechte Tierhaltung, den Schutz von Luft, Boden und Wasser und die Erhaltung der Artenvielfalt. Eines der wichtigsten Ziele des Bio-Siegels ist es außerdem, einen möglichst geschlossenen Nährstoffkreislauf entstehen zu lassen, wobei wenig Energie verbraucht und Rohstoffreserven geschont werden sollen.

Ein weiteres staatliches Kennzeichen ist das 2010 europaweit neu eingeführte EU-Bio-Logo, das sich ebenfalls nach der EU-ÖKO-Basisverordnung richtet. Hier ist festgelegt, dass in einem Produkt mindestens 95 Prozent der Inhaltsstoffe landwirtschaftlicher Herkunft aus biologischer Herstellung kommen. Dies gilt für alle Lebensmittel, die in einem Land der EU hergestellt wurden. Zusätzlich zu dem Logo sollen auch Codenummern (wie DE-ÖKO-000) für weitere Kontrolle und die Sicherheit der Verbraucher sorgen. Eine Codenummer setzt sich aus verschiedenen Teilen zusammen. DE gibt das Land an, in dem das Produkt kontrolliert wurde, ÖKO steht für die dort zugelassene Bezeichnung für biologische Lebensmittel und 000 für die zuständige Kontrollstelle. So können die Produkte vom Verbraucher zurückverfolgt werden.
Die meisten der privaten Anbauverbände mit ihren eigenen Logos stützen sich ebenfalls auf die Basisverordnung der EU und erweitern sie nach eigenen Maßstäben. Beispielsweise legt Bioland Wert auf eine niedrigere Tieranzahl pro Hektar landwirtschaftlicher Fläche, oder Naturland fordert von seinen Betrieben, mindestens 50 Prozent des Futters selbst herzustellen.

Private Anbauverbände

Viele der privaten Kennzeichnungen sind sich allerdings darin einig, dass alle Zweige eines Betriebs auf biologische Bewirtschaftung umgestellt sein sollten. Dies wird beim staatlichen Bio-Siegel nicht gefordert, hier kann ein Betrieb biologisch und in einem anderen Zweig gleichzeitig konventionell wirtschaften.

Andere private Anbauverbände sind Demeter, Biopark oder Ecoland. Außerdem gibt es weitere Logos, wie regional & fair, die auf regionale Rohstoffe, Bildung von Arbeitsplätzen in der Region und faire Preise für die Bauern Wert legen. Manche der Verbände pflegen auch Partnerschaften mit Betrieben, Rohstofflieferanten oder Fachhändlern, die so ein dichtes Netzwerk ergeben.

Weitere Informationen gibt es im Internet auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz .