on tour - Ungeheuer See

Bad Dürkheim als wogende Metropole zu bezeichnen, ist sicherlich unzutreffend. Doch schlägt man den Weg am Dürkheimer Festplatz Richtung Leistadt ein, dann staunt man nicht schlecht über die vielen parkenden Autos. In Leistadt selbst herrscht ein gänzlich anderer Rhythmus. Hier geht es ruhiger zu, von Hektik keine Spur. Aus diesem Grund wählten wir Leistadt als unseren Ausgangspunkt für die Wanderung aus, die diesmal fernab der bekannten Wandererhighways liegen sollte.

Die Strecke ist nicht völlig unbekannt, jedoch nicht überlaufen. Wir steuerten einen kleinen Parkplatz am Ortsausgang Leistadt an (von Bad Dürkheim kommend). Von dort aus wendeten wir uns links Richtung Wald und fanden einen kleinen Weg am Rand der Wohnhausbebauung entlang. Ihm folgten wir zunächst eine Weile durch Wiesen und wilde Grundstücke, bis uns die Bäume umgaben. Dort fanden wir erstaunlich viele Wochenendhäuschen, die durch ihre unterschiedliche Bauweise und Stile immer wieder aufs Neue die Blicke auf sich ziehen. Geschmack – so mussten wir zugeben – kennt nun mal keine Grenzen. Der Weg durch den Wald Richtung Ungeheuer See (grüne Markierung) ist leicht ansteigend, angenehm zu laufen und auch für Kinderwagenmobile prima zu bewältigen. Herrliche Ruhe umgab uns, nur hin und wieder trafen wir auf andere Spazierwanderer, Jogger oder Walker. Nach einer Weile erreichten wir ein Wegekreuz. Dies verwirrte uns etwas, da unterschiedliche Wege zum See und zur Hütte wiesen. Allerdings liegen sowohl Hütte als auch See dicht zusammen, um nicht zu sagen nebeneinander. Ein kleiner Abstieg und dann erhaschten wir den ersten Blick auf den lang gezogenen Ungeheuer See. Wir hatten einen sonnigen, jedoch frostigen Januartag erwischt und der See präsentierte sich mit glitzernder Eisfläche. Eine starre Oberfläche funkelte der Sonne entgegen. Ein prächtiger Anblick. Leider ist die Hütte im Winter geschlossen und bewirtet erst wieder ab März die ungeheuren Wanderer. Zwischen Hütte und See warten zahlreiche Holzbänke und –tische auf einer schönen baumbestandenen Fläche auf Rastsuchende. Früher, so erzählte man uns, war der See im Sommer mit einer Vielzahl von Seerosen bedeckt. Doch diese Zeiten seien vorüber. Schade.

Auf dem Rückweg folgten wir der Beschilderung des historischen Rundweges (rot-weiße Markierung), der uns vorbei an der kleinen Laura-Hütte führte. Dort hat man einen wunderschönen Blick über die Ebene. Vorbei an weiteren Wochenendhäusern erreichten wir unseren Ausgangspunkt am Rande Leistadts.

Der Weg ist zu empfehlen für Ruhesuchende, die eine schöne und angenehm zu gehende Strecke suchen. Sowohl für ungeübte Wanderer als auch Familien mit kleineren Kindern eine prima Wanderung.

Streckenlänge gesamt: rund sieben Kilometer
Dauer: zwei bis zweieinhalb Stunden

Ungeheuer See (Quelle: Wikipedia)

Der Ungeheuer See ist ein von Mischwald umschlossener Hochmoorteich. Da der See ein Teil des einzigen Hochmoores im Pfälzerwald ist und sich durch eine artenreiche Flora am Ufer und auf schwimmenden Inseln auszeichnet (unter anderem mit Wollgräsern und Orchideen), wurde er in den 1930er Jahren als Naturdenkmal geschützt. Der See wird von zwei Quellen gespeist; seinen Abfluss bildet der Krumbach. Das Krumbachtal ist bis zum Haardtrand als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Der Ungeheuer See wurde im ausgehenden Mittelalter oder der frühen Neuzeit als Viehtränke angelegt. Er wurde erstmals 1599 urkundlich erwähnt. Der Namen hat nichts mit Ungeheuern zu tun, sondern leitet sich von den Wörtern Unger für Waldweide und Heyer für Gehege her.

Laut einer Legende ging früher, als der See noch ungepflegt und sumpfig war, niemand dort hin. Man sprach von Waldgeistern, die dort um Mitternacht ihr Unwesen treiben würden. Eine Waldfrau lebte angeblich an dem See und raubte manches Kind. Eine weitere Legende berichtet davon, dass die Bürger von Weisenheim am Berg während des Dreißigjährigen Krieges, bevor das Dorf überfallen wurde, die wertvollen Glocken vom Kirchturm im Ungeheuer See versenkten, um diese dort zu verstecken. Das Dorf wurde dann niedergebrannt und alle Wissenden von der Versenkung waren verschwunden. Man hat die Glocken nie wieder gefunden. Auch die Mönche des Klosters Höningen versenkten ihre Silberglöckchen sicherheitshalber im See, aber auch diese blieben verschwunden.