Rauchmelder retten Leben

Laut dem Berliner Forum Brandrauchprävention e.V. verunglücken in Deutschland jährlich rund 500 Menschen tödlich in Folge von Brandereignissen. 5000 Brandverletzte mit Langzeitschäden und über eine Milliarde Euro Brandschäden im Privatbereich sind erschreckende Zahlen. Mehr als zwei Drittel der Brandereignisse mit Todesfolge ereignen sich nachts, obwohl nur etwa ein Drittel aller Brände zur Nachtzeit stattfinden. Menschen werden meist im Schlaf von Brandereignissen überrascht und melden das Feuer, im Vergleich zur Tagzeit, daher erst spät. Wenn überhaupt. Bernd Kaiser, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt an der Weinstraße, erklärt, dass bei einem Brand das gefährliche Atemgift Kohlenmonoxid entsteht. Wenn Kohlenmonoxid über die Lunge in den Blutkreislauf gelange, behindere es so den Sauerstofftransport im Blut. Dies habe einen Tod durch Ersticken zur Folge, so Kaiser. 80 bis 90 Prozent aller Brandopfer fallen, nach Zahlen des Forum Brandrauchprävention e.V., nicht Feuer, sondern dem begleitenden Rauch zum Opfer. Ursache für die etwa 200.000 Brände im Jahr seien neben Fahrlässigkeit vor allem technische Defekte. 

Vorsorgende Brandschutzmaßnahmen wie Rauchmelder verringern das Risiko von Bränden mit tödlichem Ausgang deutlich. Das Land Rheinland-Pfalz verabschiedete auf Initiative des Landesfeuerwehrverbandes als erstes Bundesland am 22. Dezember 2003 ein Gesetz, dass den Einbau von Rauchmeldern in Neu- und Bestandsbauten vorschreibt. Eine bis zum 12. Juli 2012 gültige Übergangsvorschrift sah zunächst nur die verpflichtende Installation von Rauchmeldern in Neu- und Umbauten vor. Nach Ablauf jener Übergangsfrist müssen nun auch in Bestandsbauten und Wohnungen Melder installiert werden. Die aktuell gültige Fassung der Landesbauordnung Rheinland-Pfalz (LBauO) sieht vor, dass „Wohnungen, Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchmelder haben.“ 

Der genannte Gesetzestext basiert auf der Deutschen Industrie-Norm (DIN-Norm) 14676 „Rauchwarnmelder für Wohnhäuser, Wohnungen und Räume mit wohnähnlicher Nutzung“ vom März 2003. Die Norm richtet sich Behörden, Herstellerfirmen, Bauherren, Eigentümer und Bewohner von Immobilien. 
„Durch Rauchmelder konnten schon einige Brände in der Entstehungsphase verhindert werden“ so Kaiser weiter. Auch Nachbarn reagieren auf die ausgelösten Rauchmelder und verständigen die Rettungskräfte. Schon alleine aus diesem Grund könne nach der Einführung der allgemeinen Rauchmelderpflicht ein positives Fazit gezogen werden. 
Der für Privatwohnungen gängigste Rauchmelder ist der so genannte optische oder auch photoelektrische Rauchmelder. Im Streulichtverfahren wird die Raumluft ständig mittels eines Prüfstrahls auf Rauchpartikel untersucht. Beim Kauf eines Rauchmelders sollte darauf geachtet werden, dass dieser mit einem CE-Zeichen, Prüfnummer, der Angabe EN 14606 und einer Batterie mit einer Lebensdauer von minimal 10 Jahren ausgestattet ist. Zusätzlich empfiehlt Bernd Kaiser darauf zu achten, „dass sich ein VdS-Prüfzeichen (Verband der Sachversicherer) und TÜV-Prüfzeichen auf den Meldern befindet.“ 

Übrigens: Nach geltendem Recht haften im Schadensfall Vermieter gegenüber ihren Mietern, falls sie Rauchwarnmelder in den Wohnungen nicht installieren beziehungsweise nicht fachgemäß regelmäßig überprüfen lassen (DIN 14676). 

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