Orange 4 geht eigene Wege

Die Musiker Oliver Dums, Marcus Rutz, Holger Krämer, Jürgen Mrotzek und Mathias Paqué – besser bekannt als Orange 4 – nehmen Fahrt auf dem eigenen musikalischen Weg auf. Aus verschiedenen musikalischen Projekten und mit einer langen Bühnenerfahrung entschieden sich die aus der Südpfalz stammenden Musiker, auf die eigenen Kompositionen zu konzentrieren. „Wir werden zukünftig nur noch eigene Songs spielen“, kündigt Oliver Dums, der Sänger der Band, im Interview mit Chili an.

Die Entscheidung dazu ist den Bandmitgliedern nicht leicht gefallen. Bislang spielten sie vor einer wachsenden Fangemeinde Mainstream Rock und Pop. Sie interpretierten bekannte Songs, boten eine mitreißende Bühnenshow, machten gute Musik und bereiteten ihren Fans einfach einen schönen Abend. Mit großem Erfolg. Orange 4 stand mit einigen Größen des Musikbusiness auf der Bühne. Buchungen zu größeren Auftritten folgten. Die außergewöhnliche Bühnenpräsenz der Musiker und der unnachahmliche Stil ihrer Musik verhalfen ihnen zu einem sicheren Standing in der Region und darüber hinaus. Eigene Songs fanden Eingang in die erste CD namens Walk, die bereits bei den Rundfunkanstalten Beachtung fand. Die zweite CD Bird´s Eye View folgte mit ausgereiften Kompositionen. In dem Projekt Church in Orange spielt die Band in den Kirchen balladeske und auf das Wesentliche reduzierte Musik.

Die Konzerte treffen meist in ausverkauften Gotteshäusern auf ein ungewöhnlich aufmerksames Publikum, welches sich die Zeit zum Zuhören nimmt. Mitschnitte davon wurden auf CD veröffentlicht. Die Idee, sich mehr auf das eigene Profil zu stützen, kam der Band nach den Kirchenauftritten. „Wer kann schon von sich sagen, dass er ein derartig konzentriertes und interessiertes Publikum hat“, sagt Dums. Ihm fiel die Entscheidung nicht leicht, von der bewährten Erfolgsschiene Abstand zu nehmen. Doch sieht er die Motivation der Band, mit eigenen Stücken auf die Bühne zu gehen, als richtig an. „Wir haben bislang das Publikum bedient, mit dem was es hören wollte. Jetzt hoffen wir, dass es uns weiter folgen wird“, sagt der Sänger und Frontmann der Band. Orange 4 erwartet eine erwachsenere Zuhörerschaft. „Wir werden schließlich auch nicht jünger“, meint der Sänger. Wenn die eigenen Lieder ebenso gut aufgenommen würden wie interpretierte Popsongs, ist dieser Erfolg für einen Musiker viel emotionaler. Und davon ist auszugehen. Die CDs von Orange 4 sind modern, mit anspruchsvollen Lyrics, auf hohem Niveau produziert und eingängig in ihrer Präsenz. Auf der Internetplattform Youtube finden sich einige sehr ansprechende Videos zu den Liedern von Orange 4, die es wert sind, betrachtet zu werden.

Die Klickzahlen sprechen deutlich für sich. Im Zeitalter der Downloads sagen die Plattenverkaufszahlen nichts mehr aus. Das Internet ist für regionale Gruppen eine Chance, überregional bekannt zu werden – unabhängig von Sendeanstalten. Erfolg ist ohnehin eine sehr relative Einschätzung der Dinge, die vor sich gehen. „Mir wurden in meinem Leben bereits vier Plattenverträge angeboten. Drei davon hatten zur Bedingung, dass sie ohne meine Band zustande kommen. Das wollte ich nicht“, erzählt Dums. Es sei nicht das Ziel, hauptsächlich bekannt zu werden. Wie das sei, davon habe er selbst einen Vorgeschmack erhalten und eine Ahnung bekommen. „Zu Hobo-Zeiten haben Fans vor meinem Haus übernachtet, überall wurden wir angesprochen und erkannt. Ich habe schon mit sehr bekannten Musikern auf der Bühne gestanden, Pressearbeit erledigt – ich kann mir das Ganze schon ganz gut vorstellen“, sagt er. Was ist jedoch das Ziel? „Glücklich zu sein mit meiner Musik. Und das bin ich.“

„Heute haben junge Musiker schlechte Startbedingungen,“ beklagt Dums. Anders als in Frank-reich gebe es keine Unterstützung durch die staatliche Seite. „Zu Zeiten der Beatles mussten und konnten junge Bands viel Erfahrung beim Tingeln und kleinen wie größeren Auftritten sammeln“, sagt Dums. Man habe sich gefunden und seinen eigenen Stil entwickelt. Heute sei Musik häufig schneller Konsum und Masse. Vielleicht seien so auch die enormen Zuläufe bei Castingshows à la Bohlen zu erklären, meint er. Er sieht den Umgang mit den jungen Menschen während der Show sehr kritisch und glaubt, dass sie durch die Ablehnung von jemand, dessen eigenes musikalisches Können eher zweifelhaft sei, regelrecht stigmatisiert würden. Den traditionellen Weg haben Orange 4 beschritten und damit selbst ihr Profil erarbeitet. Hörbar.

Doch ganz kann sich Oliver Dums nicht von seinem reichen Repertoire an guten Liedern trennen, die er als Sänger einfach drauf hat. Mit einem neuen Projekt tritt er 2010 in kleiner Besetzung neben seinem Engagement bei Orange 4 auf. DuHaSe heißt das Trio, das sich auf Gesang stützt. Der Name ist ein Kürzel aus den Nachnamen der Sänger Oliver Dums, Fred Hammer und Thomas Seither. „Ich freue mich darauf, mich in dieser Form gesanglich weiter entwickeln zu können. Die beiden ersten Konzerte waren schon nach kurzer Zeit restlos ausverkauft.

Info:

www.orange-4.de
Video vom Konzerttrailer DuHaSe
unter Musiktipp auf:
www.chili-dasmagazin.de

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