Ökologischer Landbau

Der ökologische Landbau ist eine besonders ressourcenschonende und umweltverträgliche Form des Wirtschaftens und orientiert sich an dem Prinzip der Nachhaltigkeit. Deutschland ist mit 6,6 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2011 der größte Markt für Bio-Lebensmittel in Europa. Produkte mit BIO-Siegel werden nicht wie früher nur auf Basis des Lebensmittel- und Futtermittelrechts, sondern auch nach den gültigen europäischen Rechtsvorschriften, die für den ökologischen Landbau maßgeblich sind, kontrolliert.
Zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für ökologische Betriebe und ihre Marktpartner hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) ins Leben gerufen. Das, seit 26. November 2010, mit einem jährlichen Investitionsstock in Höhe 16 Millionen Euro versehene Programm will Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette der öko-landwirtschaftlichen Produktion fördern. Von der Erzeugung über den Absatz, die Verarbeitung bis zur Vermarktung. Qualität und Produktivität sollen verbessert, Logistik- und Distributionskosten gesenkt werden. Ziel ist es, den Erwartungen der Verbraucher an besondere Qualität, Herkunft und Preis gerecht zu werden. 
Das Bundesprogramm Ökologischer Landbau, Vorgänger des BÖLN, wurde in 2008 in den fortgeschriebenen Nationalen Aktionsplan für Deutschland der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005 bis 2014 aufgenommen. Im Juni 2012 wurde das BÖLN auch nach den neuen, strengeren Kriterien als offizielle Maßnahme der Weltdekade anerkannt. Hauptziel des Aktionsplans ist es, den Gedanken der nachhaltigen Entwicklung in allen Bildungs- und Politikbereichen in Deutschland zu verankern. 
Jeder landwirtschaftliche Betrieb kann seine Produktion ökologisch umstellen. Ein Weinbaubetrieb darf beispielsweise, nachdem Betrieb und Flächen dem vorgeschriebenen Kontrollsystem unterstellt wurden, nach einem festgelegten Umstellungszeitraum von mindestens drei Jahren die erste Ernte mit dem Ökohinweis vermarkten. Das BIO-Siegel des Bundesministeriums ist demnach erst drei Jahre nach Umstellung und gleichzeitiger Einhaltung spezifischer Vorgaben, im Rahmen der Bewerbung auf landwirtschaftlichen Erzeugnissen, freigegeben. Andere Labels und Siegel wie Ecovin, Bioland und Demeter dürfen bereits während der Umstellung eines Betriebes verwendet werden, also die Produkte der Landwirte zieren. Der Hinweis auf die Herstellung im Rahmen der Umstellung auf ökologischen Weinbau oder Landbau  ist jedoch in diesem Fall notwendig.
In Rheinland-Pfalz wird die Umstellung eines Betriebes hin zum ökologischen Landbau mit dem Programm Agrar-Umwelt-Landschaft (PAULa) gefördert. Ziel der Agrarumweltmaßnahmen ist die nachhaltige Landbewirtschaftung und die Erhaltung der Kulturlandschaft von Rheinland-Pfalz. Insbesondere werden mit PAULa ab 2007 folgende Ziele verfolgt:
-    durch eine möglichst flächendeckende Landbewirtschaftung die Kulturlandschaft langfristig zu erhalten,
-    wirkungsvolle Maßnahmen zugunsten des biotischen Ressourcenschutzes umzusetzen,
-    die landwirtschaftliche Produktion durch spezielle, kontrollierbare Produktionsverfahren umweltverträglicher zu gestalten und
-    dem Wunsch der Verbraucher nach qualitativ hochwertigen und gleichzeitig umweltschonend erzeugten Nahrungsmitteln nachzukommen.
 

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