Mythos

Wenn aus vielen mehr oder weniger historischen Fakten und Zahlen Erzählungen werden, wenn sich Geschichte in Geschichten verwandelt und wenn die Ehrfurcht, die Bewunderung, das Staunen und der Respekt dazu kommen, dann ist ein Mythos geboren. Jede Generation hat ihre Idole und Vorbilder. Doch manche Menschen haben das Zeug dazu, Zeitgeschichte zu schreiben. Ihre Kraft, ihre Ideen und ihre Ausstrahlung bewegten die Menschen ihrer Zeit.

Neben den Tatsachen entstand durch eine Übersteigerung ihrer Eigenschaften der Mythos. Ebenso verhält es sich mit Legenden und Sagen, die etwas Geheimnisvolles und Unerklärliches erklären halfen. Ein Fünkchen Wahrheit ist bei allem dabei, doch wie groß dieser Funke ist und wie hell er in der Geschichte noch erscheint, ist bei jedem Mythos anders. Wolfdietrich Schnurre, der so genannte Schattenfotograf, definiert: „Mythen entstehen, Sagen wurden gelebt. Märchen werden gemacht.“

Der Pfälzer Wald ist ein Mythos. Dementsprechend viele Geschichten ranken sich um die Burgen, um den Wald und um seine manchmal eher knorrigen Bewohner. Doch auch der Traditionsverein 1. FCK erfährt den Status des Mythischen.
Der Begriff Mythos hat seinen Ursprung im Altgriechischen und bedeutet übersetzt: Laut, Wort, Rede, Erzählung, sagenhafte Geschichte oder auch Märchen. Den Mythos kannten schon die Menschen in der Antike. Doch was genau einen Mythos charakterisiert, kann man nicht in einem Satz zusammenfassen. Der Begriff hat im Laufe der Zeit einen erheblichen Bedeutungswandel erfahren. In der Antike hatte der Mythos einen erzählerischen Bedeutungswert, unabhängig davon, ob der Inhalt nun wahrheitsgemäß weitergegeben wurde oder nicht. Im Humanismus der frühen Neuzeit hat sich Mythos als etwas Grundlegendes und Urtümliches herausgebildet. Dieser verfloss dann mit Ansichten aus der Antike und seit ungefähr dem Jahr 1800 auch mit Stoffen des Mittelalters und konnte so die damals schwindende Autorität des Biblischen ersetzen.
Gegenwärtig wird der Begriff Mythos meistens für eine Erzählung verwendet, die ein bestimmtes Weltbild beziehungsweise eine bestimmte Denkart vertritt. Je nach Standpunkt ist diese Denkart oder dieses Weltbild berechtigt, das heißt auf Tradition oder Konsens gestützt oder unberechtigt, zum Beispiel auf Gerüchten oder Lügengeschichten basierend.

Generell ist der Mythos ein offener Begriff, bei dem nicht zwischen Vorder- und Hintergrund, beziehungsweise zwischen Beobachtung und Interpretation unterschieden wird.
Mythen erzählen die Entstehung der Götter und auch die des Menschen oder etwa wie die Gegenwart in der Vergangenheit begründet ist.
Der griechische Philosoph Platon schaffte mit seinem Werk Timaios den Mythos über die Entstehung der Erde oder auch die Unsterblichkeit der Seele, von denen wesentliche Aspekte bis ins heutige Christentum überlebt haben.    

Paulina Ambs , Ira Schreck

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