Musik ist ein Kulturgut

Musik ist ein Kulturgut, ein Streicheln der Sinne, ein Ausdruck und Träger von Emotion, ein individueller Genuss. Musik ist als Begriff nahezu unfassbar umfassend. Es beinhaltet jegliche Stilrichtung, jeden Grad des Wissens, Verstehens und des Anspruchs. Die Karriere großer Musiker hat meist ihren Ursprung in der frühen Kindheit. So unterschiedlich wie Musik sein kann, so unterschiedlich sind die Musikschulen, die Lehrer und deren Ausrichtung.

Das ist gut so, denn somit finden die Ansprüche der Musizierenden und der Musik-liebenden eine Heimat. Das Jugendsinfonieorchester Mannheim, das in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert, richtet sich an Jugendliche im Alter von 14 bis 24 Jahre. Derzeit zählt das Orchester 114 Musiker, die aus einem weiten Umkreis aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg jede Woche eine zeitintensive Anreise in Kauf nehmen. Aus der Musikschule der staatlichen Förderung entwickelte sich ein Orchester heraus, das mit hohem Anspruch an sinfonischer Originalliteratur musik-technisch versierte Jugendliche weiterentwickelt. Das Orchester steht jedem Jugendlichen mit einem gewissen Talent offen, welches während eines Vorspielens unter Beweis gestellt werden muss – ganz wie bei jeglicher Kammerorchesterbesetzung.

Nach seiner Gründung durch Hanno Haag übernahm 1999 Diethard Laxa als Dirigent das Jugendsinfonieorchester. Laxa führte den Stil und die Philosophie seines Vorgängers weiter. Neben seiner Qualifikation als Musiker ist Laxa ein hervorragender Pädagoge, der die jungen Musiker Jahr für Jahr zu außergewöhnlichen Höchstleistungen führt. Im Jubiläumsjahr wird eine Gruppe des Jugendsinfonieorchesters das Streichorchester Concerto E-Quadro als Barockensemble bilden. Hier finden ambitionierte Solisten, Studenten, Preisträger und junge Profimusiker aus der Region die Gelegenheit, die Barockmusik in der originalen und vielfach vergessenen historischen Aufführungspraxis mit Barockinstrumenten wieder aufleben zu lassen. Am 15. Februar wird das Barockensemble im Festsaal des GDA Wohnstifts in Neustadt-Haardt zu hören sein.

Unter Laxas Führung erlangte das Jugendsinfonieorchester Mannheim eine Qualität und Professionalität, welche in der Region wohl einzigartig ist. Nur musikalische Originalliteratur kommt für Laxa in Frage, was den Anspruch deutlich hebt. Aufgrund der Größe des Orchesters und der vollständigen Instrumentengruppe eines klassischen Kammerorchesters ist die Bandbreite der möglichen Musikliteratur für die Jugendlichen sehr weit, die Chancen damit für die jungen Musiker, sich auszuprobieren, nahezu unvergleichlich groß.

Einen guten Musiker zeichnet mehr aus als das Beherrschen des Instruments und ein Gefühl für Musik. Um in einem Orchester großartiges zu leisten, ist Teamfähigkeit vonnöten. Gerade bei talentierten Menschen ist die Bereitschaft, sich einzuordnen oder sogar sich unterzuordnen nicht immer groß. Im Jugendsinfonieorchester Mannheim lernen die jungen Musiker genau diese Kompetenzen, indem in unterschiedlichen Werken verschiedene Talente eingesetzt werden, sodass die Instrumente durchaus nicht immer gleich besetzt sind. Auch bei den zahlreichen Auftritten und Auslandsreisen sind nicht immer die gleichen Namen vertreten. Denn die erste Geige zu spielen, will gelernt sein.
Seit Jahren pflegt das Jugendsinfonieorchester Mannheim einen regen partnerschaftlichen Austausch mit renommierten Orchestern in Europa und Übersee. Konzertreisen führten nach Skandinavien, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Kanada, in die USA, Zypern, Japan und Australien.

Mit der speziell für das Jubiläumsjahr ausgewählten fünften und neunten Sinfonie von Beethoven, der Schicksalssinfonie und Musik an die Freude, wird das Orchester am Beethovenfestival in Yamaguchi in Japan teilnehmen, wohin es eingeladen wurde. Kostproben daraus gibt das Orchester am 22. März im Rahmen der Offenen Stiftskirche in Neustadt.