Mehr als ein „Mammobil“ – Screening Zentrum Kandel

Qualitätsgesichertes Programm mit höchster Bildqualität in Kandel

Ab 4. Oktober steht das mobile Screening Zentrum Südpfalz, kurz Mammobil, für ein Jahr neben dem Klinikeingang Kandel für Untersuchungen zur Verfügung. Ab Oktober 2011 bis Oktober 2012 können Frauen aus der Südpfalz zwischen 50 und 69 Jahren dort am Mammographie-Screening, dem qualitätsgesicherten Programm zur Früherkennung von Brustkrebs, teilnehmen. Als wohnortnahes zertifiziertes Screening Zentrum bietet es den Frauen neueste Technologie vor Ort. „Die Strahlenbelastung für eine Teilnehmerin ist bei der digitalen Vollfeld-Mammographie im Mammobil im Vergleich zu den herkömmlichen analogen Mammographie-Geräten deutlich geringer“, erläutert Dr. Kurt Scherer aus Pirmasens, der gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Jürgen Roth aus Ludwigshafen dieses Programm in der gesamten Pfalz verantwortet. Neben der Betreuung durch ein spezialisiertes und kompetentes medizinisches Mammobil-Team stehen den teilnehmenden Frauen sämtliche Annehmlichkeiten der Klinik-Infrastruktur wie Parkmöglichkeiten, sanitäre Einrichtungen oder die Cafeteria zur Verfügung. Das Mammobil ist vollklimatisiert und der Datentransfer der Bilder erfolgt sicher und zuverlässig durch eine stabile Festnetzanbindung.

Bis Mitte 2011 konnten seit Programmstart in der Pfalz insgesamt ca. 1000 Brustkrebstumore und 220 Frühkarzinome entdeckt werden. „Dabei handelte es sich bei über 80 Prozent um Karzinome, die kleiner als zwei Zentimeter waren. In diesen frühen Stadien haben die meisten der betroffenen Frauen noch keinerlei Symptome. Andererseits können gerade dann schonende Therapien mit guten Heilungsaussichten erfolgversprechend eingeleitet werden“, gibt sich Dr. Scherer überzeugt vom Sinn der Brustkrebsfrüherkennung. Recht gibt ihm auch der erste Evaluationsbericht, der vom gemeinsamen Bundesausschuss vorgestellt wurde und eindrücklich die bisherigen Ergebnisse und den Nutzen des Mammographie-Screenings belegt.

Die teilnahmeberechtigten Frauen werden alle zwei Jahre schriftlich zur Früherkennungsuntersuchung eingeladen. Die Teilnahme ist freiwillig. Bei allen Frauen, die gesetzlich versichert sind, übernehmen die Krankenkassen die Kosten. Wer privat oder nicht versichert ist, der erhält - wie bei jedem Arztbesuch - gesonderte Rechnungen. Nach der Untersuchung, die nur wenige Minuten dauert, erhalten die Teilnehmerinnen dann innerhalb von sieben Werktagen schriftlich Bescheid. „Dieser Wermutstropfen einer gewissen Wartezeit auf den Befund wird mehr als ausgeglichen durch die Qualitätsmerkmale des Programms, das eine Doppelbefundung von besonders erfahrenen Experten, die mehr als 5000 Frauen pro Jahr begutachten, vorsieht;“ da ist sich Dr. Scherer sicher.

Brustkrebs ist der häufigste bösartige Tumor bei Frauen in Deutschland. Wie neueste Langzeitstudien mit einem Untersuchungshorizont von mittlerweile 30 Jahren aus England bestätigen, senken Mammographie-Screening-Programme die Brustkrebssterblichkeit nachweislich, laut WHO um bis zu 35 Prozent. Allerdings nur dann, wenn ein Großteil der Frauen die Chance ergreift und regelmäßig am Screening-Programm teilnimmt. Wir haben Kandel als festen Standort gewählt, weil die Entfernungen zum Mammobil in Kandel, mit wenigen Ausnahmen, für alle teilnehmenden Frauen im Einzugsbereich Südpfalz unter 20 Kilometer liegen. Mit dem festen Standort sind wir dazu in der Lage, innerhalb von wenigen Minuten die Aufnahmen zu den Befunderstandorten und ins Zentralarchiv zu versenden. Außerdem stehen den Fachkräften die Voraufnahmen bei Folgeuntersuchungen für die Einstelltechnik sofort zur Verfügung. Dr. Scherer: „Der neue Standort in der Südpfalz bietet gute Voraussetzungen dafür, dass viele Frauen sich untersuchen lassen können.“ Wenngleich die Einladung über eine zentrale Einladestelle in der Pfalz organisiert wird, geben sich die Akteure vor Ort flexibel. „Wenn eine Frau zwischen 50 und 69 Jahre alt ist, noch keine Einladung bekommen haben sollte und keine Beschwerden hat, kann sie auch ohne ein solches Schreiben zum Mammobil kommen und wird dann nach einer kleinen Wartezeit wegen der Registrierung bei der zentralen Einladestelle zeitnah untersucht“, verspricht Dr. Scherer.

Informationen und Anmeldung zum Mammographie-Screening im Internet unter www.mammographiescreening-pfalz.de bzw. www.radiologie.de oder direkt bei der zentralen Einladestelle unter der Telefonnummer 01805-770007 oder per E-Mail: info@zs-rlp.de .