Man ist, was man isst

„Jeder kann frei entscheiden, wie er sich ernährt und hat damit großen Einfluss auf seine Gesundheit.“ Das sagt die Gesellschaft für Ernährungsheilkunde. Klammert man alle die Menschen aus, die aufgrund von Hungersnöten, Krieg, Embargos oder anderen katastrophalen Umständen nicht in der Lage sind, frei über ihre Ernährung zu entscheiden, und auch diejenigen, die nicht ursächlich wegen falscher Ernährung erkrankt sind, dann stimmt dieser Satz. Zumindest als Grundsatz. Das beruhigt und erschreckt gleichermaßen.

Die freie Entscheidung und der daraus resultierende gute – oder auch schlechte - Einfluss versetzt nach Expertenmeinung also jeden in die Lage, über sein Wohlergehen zumindest zu wachen und es zu hüten. Warum also ist die Zahl der so genannten Zivilisationskrankheiten so hoch? Patienten mit FettleibigkeitHerz- und KreislauferkrankungenDiabetes, Suchterkrankungen und vieles mehr füllen Krankenhäuser und Arztpraxen. Fehlt ihnen das Wissen über eine gesunde Ernährung, der Wille, die Geduld, das Geld – oder fehlen schlichtweg die gesunden Nahrungsmittel? Diese Frage können wir hier nicht abschließend klären, gehen jedoch davon aus, dass viele Faktoren an der Misere Schuld tragen. Betrachten wir den Aufbau einer Ernährungspyramide, stellen wir fest, dass es eine allgemein gültige Pyramide nicht gibt. Woran liegt das? Der Verdacht liegt nahe, dass der Verfasser der jeweiligen Pyramide Interessen zu berücksichtigen hat und zwar diejenigen, der Nahrungsmittelindustrie. Deshalb empfiehlt sich, bei Ernährungstipps auf die Quelle zu achten.

Lange Zeit galten Kohlenhydrate als Basis einer gesunden, ausgewogenen Ernährung, gefolgt von tierischen Fetten. Heute soll sich der Hauptanteil einer Ernährung aus Obst, Gemüse und Wasser zusammen setzen und mit Kohlenhydraten ergänzt werden. Die Ernährungswissenschaftler haben durch Langzeitbeobachtungen feststellen müssen, dass die Menschheit durch eine Ernährung, die in der Hauptsache auf schnell nachwachsenden und verarbeiteten Kohlenhydraten aus Getreiden basiert, nicht gesünder sondern kränker wurden. Getreide ist eine praktische Angelegenheit, um möglichst viele Menschen schnell satt zu machen. Es wird heutzutage in großen Mengen mit Hilfe von Maschinen, Agrogiften und Kunstdüngern produziert und nach der Ernte zum großen Teil in stärkereiche Auszugsmehle verwandelt, womit es zu einer lagerfähigen, aber gleichzeitig völlig wertlosen Konserve geworden ist. Aus diesen Mehlen werden Backwaren und Fertiggerichte aller Art hergestellt. Sie machen satt, aber gleichzeitig krank, wenn sie in großen Mengen zu sich genommen werden oder anders ausgedrückt, wenn sie den Hauptbestandteil der Nahrung ausmachen, der zudem übermäßig mit Fetten kombiniert wird. Allerdings ist der völlige Verzicht auf Kohlenhydrate aus Getreideprodukten ebenso falsch. Backwaren aus biologisch-ökologischem Anbau sind eine Alternative. Eine ausgewogene und gleichzeitig gesunde Ernährung fußt auf einer Balance aus Qualität und Quantität. Diese ist nicht teurer, wenn das rechte Maß beachtet wird.

Außerdem macht es - ganz nebenbei bemerkt - auch Spaß, etwas für sich zu tun und sich dabei auch noch besser zu fühlen.