Kochen wird zum Luxus

Schnell muss es gehen

Wer hat heute noch die Zeit, jeden Tag ein ausgewogenes und perfektes Menü für sich und seine Familie zuzubereiten? Schnell wird das Kurzgebratene an Nudeln oder Reis gelegt, drei Blätter Salat zurecht gerückt und zum Nachtisch die Schutzfolie des Joghurtbechers entfernt. Das ist kein zynischer Vorwurf. Das ist leider eine Tatsache. Meist geht es sogar noch schneller. Fastfood ist auf dem Vormarsch. Tiefgefrorenes wird fix und fertig aufgetaut.

Fatal sind dabei wohlgemeinte Gemüsegerichte in dicker Soße oder der Klassiker: Pizza. Und morgens? Überzuckerte Cerealien gaukeln Gesundheit vor, der Müsliriegel sättigt das schlechte Gewissen. Mehr Zucker, mehr Fett und noch mehr Kohlenhydrate. Denn das macht schnell und problemlos satt. Es spart Zeit und Mühe. Geld jedoch nicht. Zudem kommt diese Ernährungsweise sowohl der Gesundheit als auch der Figur sowie dem Wohlbefinden teuer zu stehen.

Wie lang soll's denn dauern? 10, 20 oder 30 Minuten?

Kochen findet zunehmend im Fernsehen statt. Dort begegnen wir einem Luxus, den wir aus unserer Realität verdrängt haben. Das genussreiche Verzehren von selbst zubereiteten Mahlzeiten ist ein erstrebenswertes Gut. Wer gerne kocht, muss zunächst planen, einkaufen und sich für das Kochen Zeit nehmen. Und für den Abwasch. Und doch lohnt es sich, sich selbst diese Zeit zumindest mehrmals in der Woche, wenn nicht sogar täglich zu gönnen.Ein Blick in Kochbücher der neuen Generation zeigt den Wandel der Gesellschaft. Häufig finden wir Rezepte, die für zwei Personen ausgelegt sind. Fast immer liefern Angaben über den Kaloriengehalt, den Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißanteil wichtige Informationen für Allergiker, Diabetiker und Gesundheitsbewusste. Häufig wird durch die angegebene Zeitdauer für Vor- und Zubereitung die Planung vereinfacht und den Eiligen Lust gemacht, es vielleicht doch mal mit Selbstgekochtem zu versuchen. Auf dem Büchermarkt finden sich praktische Kochbücher mit Rezepten in den Kategorien zehn Minuten, 20 Minuten und 30 Minuten. Besonders zu empfehlen sind die Ratgeber, die dabei auch noch auf kalorienarme und gesunde Kochrezepte bauen. Denn eilig haben es heutzutage diejenigen, die einen großen Teil ihrer Zeit vor dem Computer verbringen.

Warum es wieder 'In' ist selbst zu kochen

Professionelle Kochkünstler sind in unserem Ansehen ganz weit oben. Sie zaubern Kreationen auf unseren Teller, zu denen wir nicht mehr fähig sind. Der Gaumengenuss wird zelebriert. Das Ambiente wird angereichert durch Location, Ausstattung und Dekoration, zum Menü werden die korrespondierenden Weine gereicht. Im Hintergrund säuseln fein die stimmungsvollen Melodien. Ein Klischee? Ja und Nein. Die kulinarische Welt teilt sich nicht so leicht ein in Köche und Nichtköche, in Selbstversorger und Fremdgenießer.

Es finden sich sowohl diejenigen, die das eigene Kochen auf ein Minimum reduziert haben, wie auch diejenigen, die es zu einer besonderen Fähigkeit verfeinern. Dabei spielt nicht nur die tatsächliche Ernährung eine Rolle – wobei jedoch auch die Ernährungsfrage durchaus zu einer Glaubensfrage werden kann – sondern auch die so genannten gesellschaftlichen Skills. Einladungen, Kochevents und Küchenpartys sind gerade hip. Da wird die Küche Showroom einer Society – wenngleich sie für andere eine praktisch-schöne Werkstatt ist.

Und doch gibt es auch die privaten Köche, die in der Küche Zeit für sich, ihren Gaumen, ihre Gesundheit und ihre Figur verbringen. Für alle Genießer jeglicher Art soll unser Dossier Kochen mit Leidenschaft wertvolle Tipps bereit halten.