Keltische Spuren im Pfälzer Wald

Keltisch oder nicht keltisch? Wer bei Albersweiler im Trifelsland das idyllische Dernbachtal hochfährt und am Ortsausgang von Dernbach dem Hinweisschild zum Wanderwaldparkplatz folgt, dem erschließt sich ein Rundwanderweg um den geheimnisvollen Orensberg, auf dem nicht nur eine der schönsten Aussichten ins Trifelsland lockt. Geheimnisumwitterte Zeitzeugen sind der auf zweieinhalb Kilometern sichtbare Ringwall und die Besiedlungsreste, die lange Zeit für keltisch gehalten wurden.

Schon vom Parkplatz über dem hübschen Dorf Dernbach grüßt uns die Burgruine Neuscharfenstein mit ihrer berühmten dicken Schildmauer aus den kahlen Baumwipfeln. Immer am Waldrand der rotweißen Markierung nach, erreichen wir die Landauer Hütte des Pfälzerwaldvereins. Hier entscheiden wir uns am Wegweiser für den Aufstieg auf den Orensfelsen (ein Kilometer). Gleitschirmflieger mit ihrem Gerät im Rucksack überholen uns. Der Orensberg ist eine beliebte Startstelle für diesen Sport mit Aussicht.

Uns interessieren jedoch die Siedlungsreste, die wir auf dem fünf Kilometer langen Rundweg um den magischen Berg erkunden. Von den jüngsten Ausgrabungen Speyerer Archäologen künden mehrere Inschriften. Diese haben jungsteinzeitliche Pfeilspitzen aus Feuerstein zu Tage gefördert. Aus dem frühen Mittelalter stammen Keramikteile. Die Untersuchung eines ausgegrabenen Balkenstückes wies nach, dass die Siedlung vermutlich aus dem achten bis zehnten Jahrhundert stammt, der Platz aber schon in der Jungsteinzeit etwa ab 4.400 v.Chr. besiedelt war.

Vorchristlicher Opferplatz

Über eine große Fläche verteilt findet man rechteckige Fundamente und moosüberwachsene Bausteine. Ein Spaßvogel hat ein modernes Gell do gugscht in den Sandstein geritzt. Rund um die große monolithische Opferschale, die vermutlich Schlachtopfern diente, reihen sich behauene Sandsteine. Das Vertiefungsbecken der Schale zum Auffangen des Opferbluts wurde wohl von der Natur geformt, der (keltische?) Mensch musste nur noch die Abflussrinne hinzufügen.

Mit angenehmem Gruseln folgen wir dem uralten, von Büschen überwachsenen Ringwall (Markierung schwarzer Punkt auf weißem Hintergrund), der nicht sofort als Menschenwerk ins Auge fällt. Für die Mühen des Aufstiegs belohnt werden wir von der eindrucksvollen Aussicht bis in die südliche Rheinebene hinein, bis zu den Höhenzügen des Schwarzwalds.

Der Rückweg führt wieder über die Landauer Hütte, in der wir zum krönenden Abschluss unserer Zeitreise Leib und Seele mit Pfälzer Hausmannskost erfrischen.

Dr. Regina Urbach

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