Investition in die Zukunft

Kristina Schädler studiert Dienstleistungs-Marketing. Ihre Ausbildung zur Industriekauffrau absolvierte sie bei den Pfalzwerken in Ludwigshafen. Marketing faszinierte sie. Dort sah die junge Frau ihre Zukunft und ihre Abteilung bemerkte ihr Talent und die Chance für beide Seiten. Die Pfalzwerke boten ihr die Möglichkeit, Dienstleistungs-Marketing an der Dualen Hochschule in Mannheim mit den Pfalzwerken als Partner zu studieren. Dieser Studiengang war Neuland für das Unternehmen und doch gingen sie den Schritt. Erfahrungen mit dem Dualen Studium sammeln die Pfalzwerke bereits seit 2001. Mit dem Studiengang Versorgungswirtschaft startete das Ludwigshafener Unternehmen den Weg in die für sie neue Ausbildungsform. „Nachdem 1998 die Energiewirtschaft einen Umbruch durch die Liberalisierung der Märkte erfuhr, mussten wir uns dem nationalen und internationalen Wettbewerb stellen. Es war zwingend erforderlich, umzudenken und junge Menschen auszubilden, die aus der veränderten Situation in der Energiewirtschaft eine Chance für uns gestalten“, sagt Siegfried Gleich. Er ist Leiter der kaufmännischen Ausbildung und der Bachelor Studiengänge im Ausbildungszentrum der Pfalzwerke in Maxdorf. Zurzeit studieren neun BA-Studenten der Pfalzwerke AG und vier des Tochterunternehmens Prego die Studiengänge Versorgungswirtschaft, Accounting/Controlling, Dienstleistungs-Marketing und jetzt auch den neuen Studiengang Erneuerbare Energien. „Wir haben viele Bewerber, richten jedoch die Zahl der Studenten nach dem Bedarf der Abteilungen“, erklärt Gleich. So sei gewährleistet, dass eine optimale Betreuung in den Abteilungen stattfinde, ohne dass die Mitarbeiter überforder und die Studenten eventuell unterfordert werden würden. Ziel sei es, den jungen Leuten nach ihrem Abschluss auch eine reelle Chance auf eine Übernahme ins Unternehmen zu bieten. 
Rückblickend habe er den Eindruck, so Gleich, dass ein Studium heute sehr viel schwieriger geworden sei als früher. Der Zeitdruck sei enorm und der internationale Vergleich des Abschlusses verpflichte zu einem hohen Standard. Diese Einschätzung gelte sowohl für ein Regelstudium als auch für ein Duales Studium. Beim Dualen Studium wird der Lehrstoff eines Semesters innerhalb von drei Monaten vermittelt. Ein Studientag umfasst regelmäßig zehn Vorlesungsstunden ohne die Vor- und Nachbereitungszeiten. Am Ende jeder Studienphase stehen Prüfungen an, bevor es dann wieder in die Betriebe geht. Dort werden die normalen Arbeitszeiten auch von den Studenten eingehalten. Innerhalb derer gibt der Betrieb zwar Zeiten zur Projekterarbeitung, die für das Studium erforderlich sind. Sie reichen aber nicht aus, um ein umfangreiches Projekt fertigzustellen. Das bedeutet, dass auch nach Feierabend für das Studium Zeit aufgewendet werden muss.  
Dörte Brichmann arbeitet im Ausbildungszentrum der Pfalzwerke. Sie hat Erfahrungen als Studentin sowohl an einer Regeluniversität als auch Studentin eines Dualen Studiums gemacht. „Nach dem Grundstudium Betriebswirtschaftslehre in Berlin habe ich das Studium an der Universität dort abgebrochen. Wir eilten von Vorlesungssaal zu Vorlesungssaal und bekamen selten einen Platz. Wir mussten auf Treppen, Fensterbänken oder gequetscht in den Reihen sitzen, waren nur eine Nummer unter vielen und ständig im Stress. Es gab keine Förderung, keine Hilfestellung und egal, wie sehr wir uns bemühten, mindestens 200 Studenten waren vor uns da.“ Da entschied sie für sich, einen anderen Weg zu gehen und nahm das Studium an einer Dualen Hochschule auf. Sie bereut es keine Minute. Die Studenten sitzen in der Dualen Hochschule in kleinen Gruppen in den Vorlesungen, die Dozenten kommen größtenteils aus der Wirtschaft und vermitteln den direkten Bezug zur Arbeitsrealität. Sie unterfüttern ihren Lehrstoff mit Beispielen aus der Praxis, die in der Tat am Puls der Zeit sind. „Das überschaubare Wechseln der Studiums- und Arbeitsphasen empfand ich als große Motivation. Die stressigen Vorlesungszeiten sind endlich, so dass man sagen kann: Ich gebe jetzt noch einmal alles! Und am Ende einer Arbeitsphase freut man sich auch wieder auf seine Kommilitonen“, erzählt Dörte Brichmann. 
Kristina Schädler sieht ihre Erwartungen heute schon erfüllt. Die Vertiefung der Marketingthemen gelingt sehr gut. Was sie in den Vorlesungen aufnimmt, kann sie direkt in der Abteilung anwenden, ausprobieren und hinterfragen. „Allerdings bin ich gegenüber anderen Studenten im Vorteil. Meine Ausbildung war sehr gut und der Standard in unserer Abteilung ist hoch.“ 
Vorteile haben die Studenten auch nach dem Abschluss, da sie ganz selbstverständlich Berufserfahrung mitbringen. Sie sind nicht nur in Themen eingearbeitet, sondern kennen das Arbeiten im Team, finden sich im Arbeitsalltag schneller zurecht und haben gelernt, eigenverantwortlich zu arbeiten. In den meisten Fällen werden sie von den Unternehmen, die sie als Studiumspartner begleitet haben, übernommen, denn die Firmen bilden entsprechend ihres Bedarfs aus. 
Vorteile finden sich auch auf Seiten der Wirtschaft. Die Unternehmen erhalten sehr gut ausgebildete Absolventen mit hoher Praxisorientierung, die noch während ihres Studiums die Erfahrungen aus den Vorlesungen in die Abteilungen tragen. Im Hinblick auf den demografischen Wandel und den damit einhergehenden Rückgang an Bewerberzahlen investieren die Unternehmen mit diesen guten Ausbildungschancen in ihre eigene Zukunft. 
 

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