Für seine Majestät den Fußgänger: Flanieren mit Flair

Der Mensch ist zuerst Fußgänger. Mittlerweile muss er sich aber Fußgänger-Zonen extra schaffen. Etwa seit den 70er Jahren sollen diese guten Stuben das historische Gesicht der Altstädte erhalten und den Einwohnern ungestörtes Einkaufen ermöglichen. Heute lassen sich die Fußgängerzonen in Grünstadt, Worms oder Frankenthal nicht mehr vom Image der Städte wegdenken. Grünzonen, Plätze mit Brunnen und Denkmälern laden zum Stehen- und Sitzenbleiben ein. Wie jedes menschliche Gesicht erzählen Altstädte ihre eigene Geschichte. Wer genau hinschaut, sieht mehr als Geschäfte und Cafés.

Grünstadt

Im Herbst wurde die sanierte Grünstadter Fußgängerzone neu eröffnet. Auf den schimmernden Pflasterfliesen bleiben auch Stöckelschuhe nicht hängen, eine dekorative Abflussrinne fürs Regenwasser teilt sie in der Mitte. Gerne strömen die Grünstadter nach den langen, für viele Geschäfte schwierigen Umbauzeiten wieder in ihre Hauptstraße. Nach den Einkäufen in den Geschäften vom Handyladen bis zum Modehaus Zahn stärken sie sich im Eiscafé Vincenzo am kleinen Schillerplatz oder im originellen Caffé nove. Das Wirtschaftsforum Grünstadt zieht mit Veranstaltungen wie Winteraustreibung oder Grumbeeretag jedes Jahr Grünstadter wie Auswärtige in die Altstadt.

Worms

Vom Dom bis zum Bahnhof können Wormser und Gäste flanieren: Zwischen Kämmererstraße, Obermarkt und Wilhelm-Leuschner-Straße (im Volksmund KW) queren sie drei charakteristische Plätze: Marktplatz/ Neumarkt mit Dreifaltigkeitskirche, Rathaus und Wochenmarkt, den Ludwigsplatz mit Obeliskenbrunnen und Times-Café, sowie den Obermarkt mit dem Lincolntheater, Fachgeschäften und Eiscafés. Stadtmanagerin Heike Noeller geht gerne in Worms einkaufen, denn: „Hier gibt es alles – und weniger Gewusel als in einer Großstadt“, sagt sie.
Regelmäßig besucht sie die Inhaber und macht Vorschläge für Dekoration und Sanierung. So bietet das Projekt Werkstatt Innenstadt Inhabern an, ein Drittel der Renovierungskosten für Geschäftsgebäude zu übernehmen. Einzelne Magnet-Geschäfte locken Passanten auch in die Nachbarläden. Die Kaiserpassage ist eine willkommene Zuflucht bei Regen und Kälte: Hier ist City-nah ein Einkaufszentrum mit Parkhaus entstanden, das viele Ausstellungen und Events zu bieten hat.

Frankenthal

Angesichts der demografischen Entwicklung muss für Senioren innenstadtnaher Wohnraum erhalten werden. Für Wolfgang Winsel, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Fran-kenthal, und Citymanagerin Yvonne Affeldt ist es ein besonderes Anliegen, die Stadt barrierefrei zu gestalten. Zum Wochenmarkt kommen viele Besucher von auswärts. Kein Wunder, denn neben handgemachten Produkten finden sie hier noch viele Einzelhandelsgeschäfte und Raritäten wie das schnucklige Kaufhaus Birkenmeier. Rund um den Rathausplatz sind 250 Geschäfte innerhalb von zehn Minuten zu Fuß erreichbar. Das Einkaufszentrum mit Parkhaus liegt mitten in der Fußgängerzone. Und bei den Behörden im Rathaus kann man auch schnell vorbeischauen. Winsel sieht daher keine Konkurrenz zur grünen Wiese: „Viele Familien erledigen den Großeinkauf im Gewerbegebiet und kommen dann zum Bummeln in die City.“

Auch in anderen Städten wurde in den vergangenen Jahren viel für einen attraktiven Fußgängerbereich getan. Bad Dürkheim war hier vorbildlich. Aber auch der Ludwigshafener Hemshof erstrahlt seit Herbst neu. Die Chili-Redaktion wünscht Ihren Leserinnen und Lesern viel Vergnügen beim genussvollen Shoppen und Schauen in der gesamten Pfalz!

Dr. Regina Urbach

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