Ernährungsmärchen

Immer wieder neue Ernährungsmythen entstehen

Immer mehr Menschen achten auf ihre Ernährung. Nicht nur das Idealgewicht in Bezug auf ein attraktives Äußeres stehen dabei im Focus der Betrachtung. Auch die Gesundheit spielt eine immer größere Rolle bei der Auswahl der Nahrungsmittel. Häufig jedoch verwirrt die Wissenschaft mit immer neuen Studien.

Bestimmte Lebensmittel werden als Gesundheitswundermittel beschrieben, andere scheinen wahre Gifte zu sein, verantwortlich für die schlimmsten Geißeln der Menschheit. Kurze Zeit später entpuppen sich diese im Hinblick auf andere Blutwerte wiederum als besonders förderlich. Mit wenigen Ausnahmen stimmt jedoch die einfache Weisheit: Die Dosis macht das Gift. 
Kaffee ist das ideale Beispiel. Jahrelang war das Nationalgetränk der Deutschen am Frühstückstisch verschrien als Mineralienräuber, da er zur außerordentlichen Entwässerung anrege, und Koffein dem Körper schade. Tatsächlich jedoch gehört Kaffee durchaus mit in die tägliche Flüssigkeitsbilanz. Der Rat, dass zu jeder Tasse Kaffee die gleiche Menge Wasser zu trinken ist, um damit den kaffeebedingten Flüssigkeitsverlust auszugleichen, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Dann wäre Kaffee schließlich ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel als ein hochwirksames wassertreibendes Medikament und kein Getränk. Jetzt belegen wissenschaftliche Untersuchungen sogar, dass Kaffee eine natürliche Quelle an Antioxidantien ist. Das sind natürliche Pflanzenstoffe, die den körpereigenen Zellschutz stärken und den Abbau so genannter freier Radikaler unterstützen können. Diese positiv wirkenden Substanzen sind von Natur aus in den Kaffeebohnen vorhanden. „Durch schonende Röstverfahren bleibt ein beachtlicher Anteil der pflanzlichen Schutzstoffe in den Bohnen erhalten“, erläutert Dr. Gerd Harzer, wissenschaftlicher Experte von Kraft Foods.

Grün gleich gesund?

Auch der Fettgehalt von Avocados, Nüssen und Eiern stand in Verdacht, ungünstige Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel im Blut zu haben. Nun jedoch erhoben Wissenschaftler aus dem australischen Brisbane die Avocado sogar zur Waffe gegen das Cholesterin: Der tägliche Genuss von Avocados senkte bei Frauen mittleren Alters den Cholesterinspiegel stärker als eine fettarme Diät. Die heilende Kraft liegt in den einfach ungesättigten Fettsäuren. Sie können das als gut eingestufte HDL-Cholesterin im Blut erhöhen und das so genannte schlechte LDL-Cholesterin aus den Adern spülen. Doch Achtung: Fett hat Kalorien, die sich wieder ungünstig bei täglicher hoher Dosis auf das Gewicht mit allen Folgen – auch gesundheitlicher Art - auswirken können. Denn mit 160 Kilokalorien pro 100 Gramm gelten Avocados nicht gerade zu den Leichtgewichten. Auch das Frühstücksei erhielt erst kürzlich seinen Freispruch. Es wurde ihm vorgeworfen, ebenfalls den Cholesterinspiegel zu heben und das Herzinfarktrisiko zu steigern.

Besser zu Gummibärchen oder Schokolade greifen?

Verursachen Schokolade und Chips wirklich Pickel? Nein. Tatsächlich haben sie keinen Einfluss auf unser Hautbild, denn wie sie verstopfen sollten, ist wissenschaftlich vollkommen unklar. Süßigkeiten machen auch nicht per se dick. Natürlich liefern sie Kalorien, aber nur wer mehr Kalorien aufnimmt, als er verbraucht, nimmt zu. Gummibärchen sind übrigens nicht besser als Schokolade. Viele Jahre lang wurde behauptet, dass Kohlenhydrate nicht dick machen, aber dafür Fett. Auch hier gilt: Eine Kalorie ist nun mal eine Kalorie. Zwar haben Gummibärchen weniger Kalorien als Schokolade, aber sie enthalten nur Zucker und keine Ballaststoffe. Daher lassen sie den Blutzuckerspiegel sehr schnell ansteigen. Bei Schokolade steigt der Blutzuckerspiegel wegen ihres Fettgehalts nur langsam. Das führt zu einer geringeren Insulinausschüttung. So machen Gummibärchen Appetit auf mehr. Und das macht dick.

Ob Fasten wirklich der Gesundheit zuträglich ist, darüber streiten sich die Gelehrten. Bis sie sich einigen: Guten Appetit! 

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