Erkältung und Grippe - Winterliche Plagegeister

Der Winter ist eine tolle Jahreszeit. Wir freuen uns auf Schnee, Kaminfeuer, Glühwein, Plätzchen, Weihnachten und Silvester. Doch diese Jahreszeit bringt auch negative Aspekte mit sich. Immer wieder ist ein Schniefen und Husten zu vernehmen. „Ich bin erkältet, ich hab die Grippe“, teilen die Geplagten leidvoll mit. Doch eine Erkältung und eine Grippe sind zwei verschiedene Erkrankungen.
Erkältung und Grippe gehören zwar beide zu den sogenannten Atemwegserkrankungen, die durch Viren verursacht werden. Sie unterscheiden sich aber im Virustyp. Für eine Erkältung können mehr als 200 verschiedene Erreger, wie beispielsweise Coronaviren, Adenoviren oder Rhinoviren, verantwortlich sein. Die Grippe hingegen wird nur durch ein besonderes Virus, das Influenzavirus, ausgelöst. Einen eindeutigen Nachweis, um welches Virus, also um welche Krankheit, es sich handelt, kann nur ein Labortest liefern. In den meisten Fällen lassen sich die beiden Atemwegserkrankungen aber anhand ihrer Symptome und der Schwere des Krankheitsverlaufs unterscheiden. Was im Volksmund synonym verwendet wird, unterscheidet sich schon beim Krankheitsausbruch. Eine Erkältung beginnt schleichend, während die Grippe plötzlich und mit schweren Symptomen ausbricht. Die Erkältung zeigt sich zunächst unspektakulär. Zuerst kratzt meist der Hals, dann läuft die Nase und danach setzt der Husten ein. Unter Fieber leiden die Erkälteten nur selten. Bei der Grippe treten plötzlich Husten, hohes Fieber über 39 Grad Celsius sowie Schüttelfrost, Kopf-, Glieder-, Rücken- und Muskelschmerzen auf. Die Grippe bringt darüber hinaus Komplikationen mit sich, wenn sich Bakterien zu den Viren gesellen. Da die Atemwegsschleimhaut geschädigt ist, bietet sie einen idealen Nährboden. Bakterien können ungehindert in den geschwächten Organismus eindringen und zu bakteriellen Infektionen führen. Diese bakteriellen Infektionen können beispielsweise Nasennebenhöhlenentzündungen, Mittelohrentzündungen, Bronchitis sowie Lungenentzündungen sein. Auch das Herz-Kreislauf-System kann angegriffen werden. Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz, Herzmuskelentzündungen und ein Kreislaufschock können die Folge sein. Da Influenzaviren prinzipiell jedes Organ schädigen können, sind auch Hirnhaut- und Gehirnentzündungen, Leberschwellungen und Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes nicht auszuschließen. Ältere Menschen, Kleinkinder, Säuglinge, Schwangere, immungeschwächte Menschen und Menschen mit spezifischen Vorerkrankungen tragen ein besonderes Risiko. Bei ihnen kann die Grippe einen schweren, lebensgefährlichen Krankheitsverlauf annehmen, der in einzelnen Fällen zum Tod führt. Eine Erkältung verläuft im Gegensatz dazu meistens harmlos und ist nach zwei Wochen oft vollständig abgeklungen. Medikamente aus der Apotheke helfen gegen die Erkältungssymptome und verschaffen Linderung. 
Um den winterlichen Plagegeistern vorzubeugen, sollte das Immunsystem gestärkt werden. Dies geschieht durch eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung, ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und durch viel Bewegung. Das Befolgen der gängigen Hygienemaßnahmen (in ein Taschentuch niesen und husten, Händewaschen, regelmäßiges Lüften, etc.) reduziert die Gefahr der Ansteckung mit krankheitsauslösenden Viren. Sicheren Schutz vor der Grippe bietet nur die jährliche Grippeimpfung. 
Nadine Baumann
Info:
Das Online Portal GrippeWeb (www.grippeweb.rki.de) des Robert Koch Institutes beobachtet die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen in Deutschland unter Verwendung von Informationen aus der Bevölkerung und bereitet das Material für Interessierte auf.

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