Die Asche meiner Mutter

Frank McCourt erzählt frei von Sentimentalitäten und Schuldzuweisungen seine eigene Geschichte im armen Irland der Nachkriegszeit. Geboren wurden er und seine Geschwister in Amerika. Seine Eltern verließen die Vereinigten Staaten, weil sie für sich keine Zukunft dort sahen und kehrten nach Irland zurück. Es verschlug sie nach Limerick, wo sie feststellten, dass ihre Chancen ebenso schlecht standen. Der Vater ist Alkoholiker und die Mutter leidet unter der Armut und Krankheit und zerbricht am Tod ihrer Kinder. Das Buch erschüttert, deprimiert und rüttelt den Leser in unserer doch wohlbehüteten und wohlhabenden Gesellschaft wach. Erstaunlicherweise zeugt Die Asche meiner Mutter von großem Lebenswillen, von Ironie und Momenten der Wärme in der Tragödie. Frank McCourt verwendet einen sehr eigenen Schreibstil, der es erlaubt, die Sicht des Kindes aus der jeweiligen Altersperspektive einzunehmen. Er steht abseits von Sozialromantik und Klischees, obwohl die Beschreibung des Vaters dem gängigen Bild eines trunksüchtigen Iren sehr nahe kommt. Kritik übt er an der Kirche, die ihn immer wieder im Stich ließ, und an den Menschen – nicht selten die eigene Verwandtschaft -, die ihn fallen ließen. Er erwähnt die Güte und Hilfe Fremder, die trotz eigener Probleme weiterhalfen. McCourt schaffte den Weg aus der Armut und kehrte zurück in die Vereinigten Staaten. Die Asche meiner Mutter wurde 1997 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Zwei Jahre später verfilmte Alan Parker den Roman unter gleichem Titel.
Die Asche meiner Mutter
Frank McCourt
btb Taschenbuch
ISBN 3-442-72596-8
 

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