Apropos Geniale Vorsätze

Liebe Leserin, Lieber Leser.

Veränderung bedeutet Wandlung eines Zustandes. Es gibt die bewusste oder aktive und die unbewusste oder passive Veränderung. Im Leben bleibt kaum etwas jemals gleich. Manchmal liegt der Wandel nicht in unserer Kontrolle. Gelegentlich haben wir uns entschieden, Dinge zu verändern. Dann handelt sich um den Vorsatz mit Willen zur positiven Wendung. So auch regelmäßig zu Beginn eines jeden Jahres. Der berühmte Sylvestervorsatz hat erschreckenderweise in der Regel eine so kurze Halbwertzeit, dass es sich nicht lohnt, ihn überhaupt zu formulieren. Hin und wieder jedoch bewirkt er wahre Wunder und große und weit reichende Veränderungen. Richtig unheimlich sind mir allerdings die Menschen, die sich in schöner Regelmäßigkeit völlig neu erfinden. Einfach so. Von jetzt auf gleich ganz anders. Ohne Wandlung, Metamorphose, ohne Stress und ohne Schmerz. Im Bereich der populären Kunst findet man solche Selbsterfinder häufiger. Leider jedoch nicht nur dort. Diese Menschen drehen ihr Fähnchen in den Wind und sind auf einmal wieder ganz neu, interessant, trendy und nett anzusehen. Ich meine, dass das nicht wirklich gut gehen kann. Wenn sich nicht der eigene Charakter, die eigene Persönlichkeit wandelt, dann scheint die Fassadenspielerei ganz schmerzlos zu funktionieren. Jede wirkliche Veränderung tut richtig weh. Ein Abschied von lieb gewonnenen schlechten Angewohnheiten ist ja – wie man weiß – nicht einfach. In der Summe sind mir die, die hin und wieder scheitern, lieber als die, die nur ein anderes Ich annehmen. Da wären wir wieder bei den populären Künstlern, den Schauspielern.

In diesem Sinne: bleiben Sie sich treu!

Herzlichst
Ira Schreck
Chefredakteurin