Aktion Saubere Hände

In Deutschland treten jährlich rund 500.000 Krankenhausinfektionen auf. Eine sehr wichtige Maßnahme zur Vermeidung von Infektionen ist die sorgfältige Händedesinfektion. Die im Jahr 2008 ins Leben gerufene nationale Kampagne Aktion Saubere Hände hat zum Ziel, Krankenhausinfektion durch eine verbesserte Händehygiene zu minimieren. Die erste Kampagne, die von 2008 bis 2010 lief, richtete sich in erster Linie an Krankenhäuser und andere stationäre Einrichtungen. In diesen drei Jahren haben sich bereits über 750 Einrichtungen aktiv an der Kampagne beteiligt.

„Aufgrund der starken Vernetzung der verschiedenen Gesundheitseinrichtungen bei der Betreuung von Patienten müssen alle Bereiche des Gesundheitswesens einbezogen werden. Deshalb startete am 1. Januar 2011 die zweite Kampagne, welche sich in erster Linie an die Alten- und Pflegeheime sowie den ambulanten Bereich richtet“, teilt Gerhard Kruppenbacher, AOK Rheinland-Pfalz, mit.
Festgestellt wurde, dass sich die Keime besonders gerne auf Lichtschaltern und Türklinken niederlassen, die täglich mehrmals von Pflegepersonal, Ärzten und Besuchern berührt werden. In einigen Krankenhäusern wurden die Türklinken aus Stahl gegen andere Materialien ausgetauscht, da Stahl in Verdacht steht, eine geeignete Haltestation zu sein. Hauptsächlicher Überträger der Keime sind jedoch die Hände. Das geeignete und wirksame Desinfektionsmittel zu finden, dass auch langfristig eingesetzt werden kann, gestaltete sich als schwierig. Hautverletzungen durch Reizungen, die durch aggressive Desinfektionsmittel hervorgerufen wurden, führten zu Problemen. Sanftere Mittel verfügten nicht über die entsprechende Wirksamkeit.

Erste Priorität sind die Hygienerichtlinien

Laut AOK Rheinland-Pfalz seien Handschuhe eine Alternative, wenn sie ständig gewechselt werden. Die Krankenkassen werben für Aktionen wie Aktion Saubere Hände. Sie setzen sich bei hohen Fallzahlen oder anderen Auffälligkeiten mit den Krankenhäusern in Verbindung.

Das Klinikum Landau nimmt seit 2009 aktiv an der Aktion Saubere Hände teil. „Auf die Umsetzung der aktuellsten Hygienerichtlinien und eine sorgfältige Händedesinfektion legen wir größten Wert. Hierfür führen wir regelmäßige Schulungen durch. Auch die Sensibilisierung unserer Patienten und Besucher für das Thema Händedesinfektion ist uns sehr wichtig“, so Dr. med. Helmut Lang, Ärztlicher Direktor des Klinikums Landau. Neben Informationsveranstaltungen finden regelmäßige Schulungen für die Klinikmitarbeiter statt. Auch werden die Desinfektionsmittelverbräuche im Klinikum erhoben und im Rahmen eines Benchmarks mit Referenzwerten verglichen.

Nach Angaben der AOK beteiligen sich in Rheinland-Pfalz derzeit 31 bettenführende Einrichtungen - Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken mit einer Frührehabilitation an dieser Aktion. Dazu zählen die Krankenhäuser in Zweibrücken, die beiden Krankenhäuser in Speyer (Diakonissen-Stiftungs und Vincentius Krankenhaus), in Neustadt an der Weinstraße, in Landau und in Ludwigshafen (Klinikum und Zum Guten Hirten), in Kandel, Frankenthal, Germersheim und Bad Bergzabern.

Zum eigenen Schutz gilt für alle Menschen die regelmäßige sorgfältige Reinigung der Hände, vor allen Dingen dann, wenn man sich in öffentlichen Räumen aufgehalten hat, rät Kruppenbacher.