10 Jahre Lions Club

Die Lions sind ein internationales Netzwerk von 1,3 Millionen Männern und Frauen in 45.000 Clubs aus 202 Ländern und Regionen. Neben ihren Bemühungen zur Bekämpfung vermeidbarer Blindheit beteiligen sich die Lions in zahllosen bedeutsamen Projekten für ihre Gemeinden. Dies sind beispielsweise Projekte zur Säuberung örtlicher Parks, Unterstützung von sozialen Projekten, Erhaltung und Förderung kultureller Einrichtungen oder zur Versorgung der Opfer von Naturkatastrophen mit Hilfsgütern.
Seit der Gründung im Jahr 1917 konnten die Lions Millionen Menschen helfen und somit ihren Gemeinden etwas zurückgeben. Die internationale Vereinigung der Lions-Clubs war zunächst nichts als ein Traum von Melvin Jones, einem Geschäftsmann aus Chicago. Er war der Überzeugung, dass Business-Clubs ihren Horizont über rein geschäftliche Belange hinaus erweitern und sich für ein besseres kommunales Zusammenleben und eine bessere Welt einsetzen sollten.

Im Oktober 1917 fand in Dallas der erste nationale Kongress statt, bei dem eine Satzung verabschiedet sowie Zusatzbestimmungen, Ziele und ethische Grundsätze festgelegt wurden.

Einer der Grundsätze der Anfangsjahre lautete: „Kein Club soll die finanzielle Bereicherung seiner Mitglieder zum Ziel haben.“ Dieses Streben nach gemeinnütziger Arbeit ist bis heute einer der wichtigsten Grundsätze der Vereinigung. Nach nur drei Jahren wurde 1920 in Kanada der erste internationale Club gegründet. In den 50er und 60er Jahren entstanden dann weltweit mehr und mehr Clubs, insbesondere in Europa, Asien und Afrika.

Im Jahr 1990 starteten die Lions ihre bislang stärkste Offensive gegen Blindheit: SightFirst. Ziel dieses 202-Millionen-Dollar-Programms ist die weltweite Bekämpfung vermeidbarer und reversibler Erblindung durch die Bereitstellung dringend notwendiger medizinischer Versorgung. Neben der Erhaltung der Sehkraft setzt sich Lions Clubs International auch für die Jugendförderung und den Umweltschutz ein, baut Behindertenheime, bietet Diabetesaufklärung und Programme für Hörgeschädigte an und leistet im Rahmen seiner Stiftung Katastrophenhilfe auf der ganzen Welt.

Auch in der Pfalz organisieren sich Menschen in den regionalen Lions Clubs. Vor genau zehn Jahren gründete Dr. Dr. Michael Neuner den Lions Club Edenkoben. Als Heimatadresse des Clubs gilt die Villa Ludwigshöhe, der sich die Lions Mitglieder besonders verbunden fühlen. Ihre besondere Zuwendung findet das schöne Schloss aus dem Jahr 1852, welches als ehemaliger Sommersitz des Königs Ludwig I. von Bayern erbaut wurde. Die pompejanischen Wandmalereien in verschiedenen Räumen der Villa sind bis heute erhalten, auch die Mosaikfußböden nach römischen Vorbildern haben überdauert. Seit 1975 steht das restaurierte Schlösschen im Eigentum des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Es wird für die Aufführung von Konzerten genutzt, außerdem betreibt das Landesmuseum Mainz darin seine Max-Slevogt-Galerie. Die Lions der Region Edenkoben veranstalten ihre Activities (das sind die Anstrengungen, die sie zum Erhalt von finanziellen Mitteln für ihre Projekte unternehmen) regelmäßig zu Füßen der Villa Ludwigshöhe. Ein großes Sommerfest im August für Jedermann ist bereits fester und beliebter Bestandteil des Edenkobener Veranstaltungskalenders. Der Erlös kommt dem Schloss zugute. So konnte vor vier Jahren ein Teppich erworben werden, der das wertvolle Parkett an den Besuchertagen schont.  Aber nicht nur der Erhalt des Kulturgutes steht im Focus der Lions. 90 Prozent der Spenden fließen in die Region und dort zum Wohle von Einrichtungen, die sich Kindern, der Ausbildung, Behinderten oder Kranken widmen. Gründungspräsident Dr. Dr. Neuner betont, dass jedes Projekt einzeln geprüft werde und die Gelder in Form von Sachspenden oder als finanzieller Beitrag genau dort ankomme, wo es notwendig sei. „Wir sind sicher, dass die Spenden ihr Ziel erreichen, weil wir sie nämlich persönlich hinbringen“, sagt er. So konnten in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 82.000 Euro zielgerichtet für gute Zwecke gesammelt und wieder verteilt werden. Udo Vogel, ehemaliger Präsident der Edenkobener Lions, erzählt, dass unter der jährlich wechselnden Präsidentschaft durchaus diverse Schwerpunkte der Arbeit auftraten. Dies sei erwünscht, weil damit eine Einseitigkeit und Betriebsblindheit vorgebeugt würde. „Auch deshalb schon, weil jeder Präsident in seinem Jahr ein besonderes Zeichen setzen möchte.“ Ein Wechsel an der Spitze steht bevor: Volker Hartmann wird im kommenden Jahr dem Herrenclub vorstehen.