18. Januar 2010
900 Besucherinnen und Besucher beim Neujahrsempfang 2010
Mit einem musikalischen Höhepunkt startete der Neujahrsempfang der Stadt Neustadt an der Weinstraße im gut besuchten Saalbau am 15. Januar 2010. Die rund 900 Gäste hörten mit der Pfälzischen Kurrende einen der besten Frauenchöre Deutschlands. Das von Carola Bischoff geleitete Ensemble gewann im Mai 2009 den zweiten Preis beim Internationalen Chor-Wettbewerb in Venedig. Genießen konnten die Besucherinnen und Besucher im von der Stadtgärtnerei schön geschmückten Saal einen 2008er Haardter Herzog Riesling Kabinett trocken vom Weingut Stolleis, der mit der Goldenen Kammerpreismünze ausgezeichnet wurde.
Rückblickend auf die Highlights des abgelaufenen Jahres nannte Oberbürgermeister Hans Georg Löffler insbesondere die Fertigstellung des lang ersehnten Dorfmittelpunktes in Diedesfeld. Mit seinem außergewöhnlichen Engagement habe das Dorf hier Maßstäbe gesetzt und sei Vorbild einer funktionierenden Gemeinschaft. Auch eine Reihe weiterer Projekte wie zum Beispiel die Friedrichstraße, die Mußbacher Landstraße, die Lilienthalstraße oder die Altdorfer Straße, konnten umgesetzt werden. Die Renovierung des Volkshochschulgebäudes sei mit dem Einzug der Finanzverwaltung nun ebenfalls abgeschlossen.
Auf kulturellem Gebiet müsse sich die Stadt nicht verstecken. Löffler: „Ich werde nicht müde, zu erwähnen, dass Sie es nicht schaffen werden, an einem Wochenende alle in Neustadt und seinen Weindörfern angebotenen Kultur- und Kunstveranstaltungen zu besuchen.“ Garanten für die Kultur seien die Fördergemeinschaft Herrenhof, die vom Land Rheinland-Pfalz ausgezeichnet wurde oder die Pfälzer Weinkehlchen, die den Kulturpreis des Stadtverbandes erhielten. Der Oberbürgermeister erinnerte auch an das überaus erfolgreiche Landesmusikfest und das Familienfest Neustadt unterm Himmelszelt, welches als Nachfolgeveranstaltung zum Gauklerfest vom Kulturverein Wespennest in Kooperation mit der Stadt ausgerichtet wurde. Auch in diesem Jahr werde Neustadt an der Weinstraße wieder im Mittelpunkt stehen. Die Stadt ist vom 11. bis 13. Juni 2010 Gastgeberin des Rheinland-Pfalz-Tages. Insgesamt 22 Veranstaltungsflächen, darunter 13 Bühnen, werden beim Landesfest die Innenstadt beleben. Das kommunale Programm werde seine Schwerpunkte auf der Bühne auf dem Kohlplatz, in der Villa Böhm sowie in einer kleineren Version der Hofkultur in der Mittel- und Hintergasse finden.
Ein besonderes Problem hatte die Stadt im Jahr 2009 mit dem Klemmhof und seiner Standsicherheitsproblematik zu bewältigen. Das schönste Weihnachtsgeschenk für ihn sei die Nachricht gewesen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner noch im November wieder zurück in ihre Wohnungen konnten. Auch die getroffene Entscheidung, ein Angebot zur Wohnungsrücknahme durch die Wohnungsbaugesellschaft zu unterbreiten, halte er vor dem Hintergrund des sozialen Friedens in unserer Stadt für richtig. Wie groß die Solidarität mit den Klemmhofbewohnern gewesen sei, habe das grandiose Benefiz-Konzert hier im Saalbau bewiesen. Dennoch werde uns die Klemmhofproblematik weiter beschäftigen, sagte das Stadtoberhaupt. Sie hinterlasse schmerzhafte Spuren und schränke den Handlungsspielraum in unserem Bemühen, die Stadt und ihre Weindörfer zukunftsfähig aufzustellen, ein. Eine gute Nachricht konnte er im Zusammenhang mit der Tiefgarage verkünden. Nach den aktuellen Informationen könne das erste und zweite Untergeschoß im Laufe des Monats Februar wieder in Betrieb gehen. Für die Parkplatzsituation in der Innenstadt werde dies sicher eine spürbare Erleichterung bringen.
Ein klares Ja sagte Löffler zum Bau der Haardter Turn- und Mehrzweckhalle. Die Verhältnisse in der alten Halle des TuS Haardt im Meisental seien katastrophal und nicht mehr akzeptabel. Die Haardt verfüge damit im Unterschied zu allen anderen Weindörfern und der Stadt über keine Möglichkeiten der Ausübung des Schul- und Vereinssports und anderweitigen Mehrzwecknutzungen.
Der Oberbürgermeister dankte auch allen ehrenamtlichen Aktiven in der Stadt und den Weindörfern. Ohne deren Engagement in allen Bereichen würde das Gesicht unserer Stadt ganz anders aussehen, wäre unsere Stadt bei Weitem nicht so lebenswert. Die Kommunen seien die Keimzelle der Gemeinschaft und die Gemeinschaft sei nur so stark wie jeder Einzelne bereit sei, sich für diese Gemeinschaft zu engagieren. Gerade in Zeiten wie diesen brauche man das ehrenamtliche Engagement mehr denn je.
Einen ganz besonderen Dank sprach der OB dem ausgeschiedenen Neustadter Kulturdezernenten Lutz Frisch aus. Er habe in den vergangenen Jahrzehnten die Neustadter Kommunalpolitik in unterschiedlichen Funktionen mit entscheidend geprägt. Der Applaus des Publikums bestätigte diese Einschätzung des Oberbürgermeisters.




